vgl. Tokolyse; medikamentöse Beeinflussung der Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter mittels Blockade der Calzium-abhängigen Muskelrezeptoren; die Kontraktionen der glatten Uterusmuskulatur werden dadurch gedämpft bzw. komplett unterbrochen.
Mögliche Medikamente sind Magnesiumverbindungen, die oral oder viel wirksamer intravenös verabreicht werden. Ferner eignen sich Calciumantagonisten, wie sie auch in der Therapie des Bluthochdrucks verwendet werden. Als sehr wirksam hat sich die Verabreichung eines Antagonisten am Oxytocin-Rezeptor gezeigt (allerdings ist die Therapie teuer!).

Die Intention der Wehenhemmung besteht in der Vermeidung der Frühgeburt bei vorzeitig einsetzender, Zervix verkürzender Wehentätigkeit, hier in erster Linie zur Durchführung der Lungenreife-Therapie (RDS-Prophylaxe mit Cortikoiden). Ferner kann bei sog. Plazenta praevia zur Minderung aufgetretener Blutungen eine Wehenhemmung effektvoll sein; auch unter der Geburt wird die Wehenhemmung zur Verringerung zu häufiger (hyperfrequenter) Wehen eingesetzt. Eine sog. Akut-Tokolyse wird z.B. zur notfallmäßigen Vorbereitung eines eiligen bzw. Not-Kaiserschnittes verabreicht.