vgl. Dammschnitt, Scheiden-Damm-Schnitt oder einfach Epi genannt.
Beim sog. Einschneiden des kindlichen Köpfchens wird mit einer speziellen Schere ausgehend vom hinteren Scheideneingang entweder zur Seite (mediolaterale Episiotomie) oder mittig entlang des Dammes (mediane Episiotomie) ein Schnitt angelegt.

Der Gedanke war und ist, für den Kopf aber vor allem für die meist im Umfang noch etwas größere Schulter „Platz" zu schaffen. Zudem wollte man höhergradige Geburtsverletzungen wie einen Dammriss III. oder IV. Grades vermeiden.
Die Episiotomie hat heute sicher nicht mehr die Bedeutung bzw. den Stellenwert wie vor 15 oder 20 Jahren. Die Anzahl der Dammschnitte hat berechtigterweise deutlich abgenommen, nachdem man weiß, dass die Indikation in früherer Zeit allzu großzügig gestellt wurde. Die laterale Episiotomie wird gar nicht mehr angewandt! Allerdings muss man angesichts der immer höheren Geburtsgewichte der Kinder wieder über eine zunehmende Rate an Dammschnitten nachdenken. Letztlich ist die Indikation eher streng zu stellen und situativ anzupassen.
Weder eine spontane Zwillingsgeburt noch vaginale Entbindungen aus Steißlage erfordern grundsätzlich das Anlegen einer Episiotomie. Ergeben sich Probleme bei der Entwicklung des Kindes stellt die Episiotomie selbstverständlich eine angemessene Maßnahme dar. Bei vaginal-operativen Entbindungen wie Vakuum-Extraktion oder einer Zangenentbindung, erschwerter Schulterentwicklung oder in Notfällen ist es durchaus ratsam eine Episiotomie durchzuführen.