in der heutigen Zeit finden Geburten/ Entbindungen sehr häufig in speziell für Geburtshilfe spezialisierten Kliniken statt. Die Wahl der Entbindungsklinik hat nicht selten eine wesentliche Bedeutung für die werdenden Eltern. In der Tat spielt diese Entscheidung für manches Kind, für manche Geburt oder Entbindung zuweilen erst im Nachhinein eine durchaus lebensentscheidende Rolle.

Nicht alle der knapp 1000 Geburtskliniken in Deutschland verfügen über ausreichend geschultes Personal oder entsprechende personelle Ressourcen in Spitzenzeiten oder bei Notfällen. Zudem verfügen nicht alle Kliniken über eine Kinderklinik. Man kann sicher darüber streiten, ob es immer zwingend notwendig ist, dass eine Klinik für jede Geburt eine Maximalversorgung vorhält. Andererseits ist neben der Schwangeren auch das Kind ein potentieller Patient, der u. U. zeitnah, also manchmal sehr dringend eine spezielle und intensive Versorgung benötigt. Ist diese nicht gegeben, kann das Kind möglicherweise bleibende Schäden davontragen oder gar versterben.
Die Erfahrung zeigt, dass in Ländern mit sog. Perinatalzentren (Geburtshilfe/ Kinderklinik/ Anästhesie/ ggf. Kinderchirurgie) deutlich bessere Daten hinsichtlich der mütterlichen und kindlichen Gesundheit erreicht werden können. Niemand will jedoch vorschreiben, dass eine Geburt grundsätzlich in einer Klinik der Maximalversorgung stattzufinden hat. Sicherlich sind risikoarme Geburten auch in kleineren Kliniken, Geburtshäusern oder als Hausgeburt vorstellbar. Ob eine Geburt auch im Nachhinein immer als risikoarm gelten kann, ist allerdings nicht immer zutreffend!
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 300 Kinder, weil sie in einer nicht entsprechenden Einrichtung also am falschen Ort geboren wurden. Seit Anfang der 1990-er Jahre hat die Anzahl der außerklinischen Geburten um 20 % zugenommen. Gleichzeitig hat sich die Kaiserschnittrate auch in kleineren Häusern praktisch mehr als verdoppelt (von 15,3% auf 31,9%).

Bei aller Kritik an den „sterilen", kalt wirkenden Perinatalzentren mit Massenbetrieb muss man anmerken, dass kaum jemand ein Problem damit hat, dass sein Auto mit allerlei Technik (Sicherheitsgurte/ ABS/ Airbags/ Bremsassistent/ Ersatzreifen/ Verbandskasten, Navigationssystem, GPS, Notrufpaket usw.) ausgestattet ist. Man sieht oder benötigt davon meist gar nichts und doch ist es für den Fall der Fälle vorhanden. Für unsere Autos und unsere Sicherheit empfinden wir diesen Aufwand als selbstverständlich, bei der Geburt unserer Kinder lassen wir diesen Sicherheitsaspekt oft für ein angeblich schöneres Ambiente außer Acht! Zumindest sollte man über diesen Aspekt bei der Auswahl der Entbindungsklink nachdenken.