Virus aus der Gruppe der Herpes-Viren, HHV Typ IV; Erreger des Pfeifferschen-Drüsenfiebers; gynäkologisch durchaus interessantes Virus, weil häufig in sog. Fibroadenomen der Brustdrüsen nachweisbar. Das Virus gilt auch als potentiell krebserregend (onkogen), nachdem es in Lymphomen bzw. in bösartigen Tumoren des Nasenrachenraumes und am Kehlkopf vor allem in Asien nachzuweisen ist. Bei Brustkrebspatientinnen, die EBV positiv sind, kann die Wirkung von Zytostatika (z.B. sog. Taxane) verändert sein.

Die geburtsmedizinische Relevanz besteht in der möglichen Infektion während der Schwangerschaft und damit der Übertragung auf das Ungeborene mit der Entwicklung von Wasseransammlungen (Ödeme) in den Körperhöhlen und der Haut sowie der Entstehung einer fetalen Blutarmut (Anämie). Es kann zu einer Fruchtwasservermehrung kommen (Polyhydramnion). Möglicherweise entsteht bei dem Fetus eine zunehmende Herzinsuffizienz, aufgrund des Polyhydramnions kann es zu vorzeitigen Wehen oder vorzeitigem Blasensprung mit den Folgen der Frühgeburt kommen. Für das Kind hat eine solche Situation möglicherweise schwerwiegende Folgen (erhöhte Morbidität und Mortalität).

Bei Verdacht erfolgt in aller Regel eine umfassende Virus-Serologie mit Bestimmung häufiger pränatal relevanter Virustypen (sog. P-TORCH oder STORCH).