der arterielle Blutdruck spielt in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle; bei niedrigen Blutdruckphasen (arterielle Hypotonie) besteht kaum oder eben nur selten eine echte Gefährdung für das Kind oder die Mutter; meist steigt der Blutdruck in der Schwangerschaft tendenziell ohnehin leicht an.
Ist der Blutdruck im Sinne eines Hypotonie-Syndroms spürbar für die Schwangere zu niedrig, sollte reichlich Wasser getrunken und NaCl (Kochsalz) mit der Nahrung aufgenommen werden (z. B. Salzgebäck); langes Sitzen oder Stehen bzw. Liegen in Rückenlage sollte vermieden werden; Antithrombose-Strümpfe (am besten maßangefertigt) sind hilfreich. Es sollte für ausreichend Bewegung gesorgt werden.

Vor allem in der Frühschwangerschaft sollte in kleinen Portionen kontinuierlich Nahrung aufgenommen werden, um eine mögliche gleichzeitige Unterzuckerung zu vermeiden. Ist der Blutdruck zu niedrig, der Kreislauf entsprechend entgleist bzw. dysreguliert soll sich eine Schwangere am besten auf ihre linke Seite legen (auch die rechte Seite wäre in dieser Situation in Ordnung, nur nicht auf den Rücken legen!). Kollidiert eine dauerhafte Hypotonie mit der beruflichen Tätigkeit erfolgt entweder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder in schweren Fällen u. U. die Ausstellung eines individuellen Beschäftigungsverbots. Manchmal ist auch eine Infusionstherapie zum Ausgleich eines Flüssigkeits-/ Elektrolytmangels oder die Behandlung einer möglichen Blutarmut/ Anämie erforderlich, in schweren Fällen auch in der Klinik!

Der erhöhte Blutdruck (arterielle Hypertonie) stellt andererseits ein echtes und ernsthaftes Problem dar und gehört zu Recht zu den wesentlichen Schwangerschaftsrisiken. Zwar ist der Krankheitskomplex Gestose/ Präeklampsie/ EklampsieHELLP-Syndrom eher selten (etwa 3-5% der Schwangerschaften) aber dafür brandgefährlich!
Ein Blutdruck um 150/ 95 mm Hg und mehr sollte alle Beteiligten hellhörig werden lassen, weitere Zeichen wie enorme Gewichtszunahme infolge Wassereinlagerungen (Ödembildung), nennenswerte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und klinische Zeichen wie Kopfschmerzen/ neurologische Symptome oder Oberbauchschmerzen sind sehr ernst zu nehmen und müssen mütterlich wie kindlich weiter abgeklärt werden. Hierzu zählt die intensivierte Blutdruckmessung, spezielle Laboruntersuchungen (sog. Gestose-/ HELLP-Labor) und die Ultraschall-, Dopplerbeurteilung der feto-maternalen Einheit im Hinblick auf Zeichen plazentarer Funktionseinschränkung (vermindertes fetales Wachstum/ Abnahme der Fruchtwassermenge) sowie die Erfassung eventueller CTG-Auffälligkeiten.
Manchmal muss dies auch unter stationären Bedingungen abgeklärt und der mütterliche Blutdruck medikamentös eingestellt werden. Ab einer gewissen mütterlichen/ fetalen Gefährdung bzw. auch abhängig vom Schwangerschaftsalter besteht die einzige ursächliche, effektive und zielführende Therapie in der (meist vorzeitigen) Entbindung!