nach §§ 3 und 4 des Mutterschutzgesetztes ist die Beschäftigung von Schwangeren in einem Arbeitsverhältnis im Prinzip akribisch geregelt; man sollte demnach meinen, dass sich arbeitstechnisch grundsätzlich keine offenen Fragen oder Probleme ergeben dürften. Die Realität gestaltet sich weitaus schwieriger und führt nicht selten zu Interaktionsproblemen zwischen der Schwangeren, dem Arbeitgeber und dem betreuenden Frauenarzt.
Grundsätzlich bedeutet Beschäftigungsverbot, dass die Beschäftigung einer Schwangeren nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, weil die bisherige Beschäftigung/ berufliche Tätigkeit das Wohlergehen von Mutter und/ oder Kind massiv gefährden würde.

Man unterscheidet ein absolutes von einem individuellen Beschäftigungsverbot; im Prinzip spielt das nur eine Rolle hinsichtlich der Zuständigkeiten.
Für das absolute Beschäftigungsverbot ist der für den jeweiligen Betrieb zuständige Arbeitsmediziner/ Betriebsarzt Ansprechpartner. Nur durch diesen kann der jeweilige Arbeitsplatz hinsichtlich seines Gefährdungspotentials bezogen auf die Schwangerschaft beurteilt werden.
Bei der Erstellung eines individuellen Beschäftigungsverbots spielen durch die Schwangerschaft entstandene Probleme und damit verbundene Risiken eine entscheidende Rolle, weshalb hierfür der betreuende Frauenarzt verantwortlich zeichnet.

Ein Beschäftigungsverbot tritt normalerweise mit dem Tag der Ausstellung bis zum Eintritt der gesetzlichen Schutzfristen (34+0 SSW) in Kraft.

Bei der Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit (AU/ Krankschreibung) handelt es sich nicht um ein Beschäftigungsverbot. Der jeweilige Facharzt (auch ein Nicht-Gynäkologe) stellt eine entsprechende Krankmeldung (befristet!) aus. Eine Krankmeldung führt auch nicht nach einem längeren Zeitraum automatisch zu einem Beschäftigungsverbot!

Manchmal wird auch von einem Berufsverbot gesprochen: Dieser Begriff hat eine völlig andere Bedeutung und ist in diesem Zusammenhang falsch!

Seitens des Arbeitgebers besteht auch in einer Schwangerschaft die Möglichkeit eine Freistellung auszusprechen. Näheres ist auch über die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter in Erfahrung zu bringen.
Die Gehaltsfortzahlung bei einem Beschäftigungsverbot erfolgt über einen Spezialfond/ Umlage der jeweiligen Bundesländer.