Nach modernen Vorstellungen, den aktuellen Forderungen seitens des Gesetzgebers und Konsens des an der Beratung teilnehmenden Fachpersonals, erfolgt die Beratung der Schwangeren im Zusammenhang mit allgemeinen Aspekten und speziellen medizinischen Fragestellungen in intensiver Zusammenarbeit zwischen Ärzten, spezialisierten Beratungsstellen (z.B. Profamilia, DONUM VITAE u. a.) und Hebammen. Bei speziellen Fragestellungen der Pränataldiagnostik (PND) findet die sog. psycho-soziale Beratung wertfrei und ergebnisoffen vor, nach und während der einzelnen pränataldiagnostischen Maßnahmen statt wie Ultraschall (Ersttrimester-Screening, Zweittrimester-Screening), Invasiver Diagnostik (Cordozentese/ Amniozentese) und ergänzender Labordiagnostik (Molekulargenetik/ Biochemie/ Infektionsserologie).

Gleiches gilt für die genetische Beratung sowie Aufklärung über die Maßnahmen und eventuellen Folgen der Pränataldiagnostik und der Konfliktberatung im Zusammenhang mit einem möglichen Schwangerschaftsabbruch.
In den letzten Jahren hat sich deutlich gezeigt, dass im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, letztlich bereits bei deren Planung oder bei bestehendem möglicherweise unerfülltem Kinderwunsch ein enormer Beratungsbedarf besteht. Beratungsgespräche werden mittlerweile von vielen Seiten angeboten (Ärzteschaft, Hebammen, betroffene Familien, Selbsthilfegruppen, professionelle psycho-soziale Beratungsstellen wie Profamilia, DONUM VITAE, psychologische Fachdienste, Seelsorger und andere). Letztlich spiegeln die unterschiedlichen Berufsgruppen die Vielfalt der Beratungsinhalte wieder. Hinsichtlich der genetischen Beratung und Beratung über Pränataldiagnostik gibt es seitens der Gesetzgebung künftige Änderungen, die ab dem 01.02.2010 in Kraft getreten sind. Danach muss jede Schwangere/ jedes Paar, die/ das Pränataldiagnostik wünscht, nach entsprechender Aufklärung und angemessener Bedenkzeit schriftlich ihre Zustimmung dokumentieren. Die näheren Inhalte der genetischen Beratung und die Frage, wer die Aufklärung vornehmen soll bzw. darf, sind derzeit noch offen.

Die Beratungen sind für die Schwangere grundsätzlich freiwillig und kostenfrei. Zudem muss eine Beratung im Ergebnis stets offen sein. Es darf demnach keine direktive (zielgerichtet positiv oder negativ beeinflussende) Beratung stattfinden. Die Wahl der Beratungsstelle obliegt der Schwangeren. Es wird grundsätzlich Anonymität gewährleistet. Die Beratung soll den unterstützenden Charakter des Angebots vermitteln.