mangelnde oder fehlende Kompensation der Umstellung des fetalen Kreislaufs auf die nachgeburtliche Zirkulation mit Verbindung von Lungengefäßsystem (Niederdrucksystem) und großem Kreislauf (Hochdrucksystem).
Meist handelt es sich um eine fehlende Sauerstoffsättigung durch die noch nicht völlige Anpassung der Lungenfunktion (Atemstörung, verlegte Atemwege, Unreife des Bronchialsystems, Mangel an Surfactant, Durchblutung) und teilweise noch vorhandene fetale Zirkulationsverhältnisse mit Umgehung des Lungenkreislaufs durch sog. Recht-Links-Shunts über das Foramen ovale und den Ductus arteriosus (Botalli).

Oft sind die Störungen geringen Ausmaßes und nur vorübergehend. Es reicht meist aus, Sekret (Fruchtwasser) aus den oberen Atemwegen zu entfernen und das Kind warm zu halten. Durch vorsichtiges Provozieren der Atmung (Anreiben an Rücken oder den Füßchen) können gleiche Effekte erzielt werden.
Sind die Atemwege sicher frei erfolgt eine Sauerstoffvorlage. Verbessert sich die Situation beim Kind nicht innerhalb weniger Minuten, sollte unbedingt ein Kinderarzt hinzugezogen werden. Unter Umständen liegen Störungen vor (Herzfehler/ Atemwegs-, Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen u. a.), die einer raschen Intervention und weiteren Diagnostik bedürfen. Bei Frühgeborenen/ Risikogeburten treten diese Störungen entsprechend häufiger auf, weswegen zur Geburt eines solchen Kindes immer auch ein Kinderarzt (pro Kind!) anwesend sein sollte.