Jod ist ein für den menschlichen Organismus wesentliches Spurenelement, welches mit der Nahrung aufgenommen werden muss.
Erkrankungen durch Jodmangel zählen weltweit zu den häufigsten Nährstoffmangelerscheinungen. Deutschland zählt wie viele andere europäische Länder traditionell zu den Jodmangelgebieten. Natürliche Jodreservoire sind Trinkwasser, tierische und pflanzliche Nahrungsmittel, Seefisch und andere Meeresprodukte, Milch und Milcherzeugnisse sowie mit jodiertem Speisesalz angereicherte Produkte wie Brot, Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren.

Nachdem der Bedarf an Jod bzw. Jodid in der Schwangerschaft naturgemäß erhöht ist, wird zur Vorbeugung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) der Mutter aber auch des Feten/ Neugeborenen eine tägliche Zufuhr von ca. 200 (bis 260 µg) empfohlen, wobei der Bedarf in der Stillzeit sogar höher ist als in der Schwangerschaft. Besonders bei Raucherinnen besteht durch hemmende Wirkung von im Rauch enthaltenen Thiocyanaten, welche den Jodidtransport in die Schilddrüse hemmen, ein zusätzlicher Jodbedarf. Eine Jod-Überdosierung ist bei normaler Nierenfunktion, welche die Jodausscheidung reguliert, nicht gegeben. Allergien oder Unverträglichkeiten sind nicht zu erwarten.

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung (Überfunktion oder Hyperthyreose bzw. Unterfunktion oder Hypothyreose) sollte eine Hormonbestimmung erfolgen. Ggf. kann bzw. muss eine Hormonzufuhr in der Schwangerschaft angesetzt werden, die ohne weiteres möglich ist.
Bei Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion sollte keine Jod-Therapie in Tablettenform durchgeführt werden. Als Jodsalz ist die Zufuhr allerdings möglich.