Variante der Anonymen Geburt; ab dem 01.05.2014 neu in Kraft getretenes Gesetz zur Unterstützung von Schwangeren und Regelung der vertraulichen Geburt. In Deutschland werden pro Jahr zwischen 20 und 35 Kinder unmittelbar nach der Geburt ausgesetzt oder getötet. Deshalb erscheint es unabdingbar, möglichst allen Schwangeren ein umfassendes Hilfsangebot in psycho-sozialen Konfliktsituationen zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist es, werdenden Müttern Möglichkeiten zu eröffnen, in vertraulicher ggf. auch anonymisierter Atmosphäre ihr Kind zur Welt zu bringen, ohne dabei auf eine auf hohem Niveau standardisierte Betreuung während Schwangerschaft/ Geburt und Wochenbett zu verzichten.
Rechtlich werden die Belange der Schwangeren, aber auch die des Kindes sowie des Kindsvaters berücksichtigt. Insgesamt erfahren alle beteiligten umfassenden Vertrauensschutz. Dem Kind ist es möglich, die Identität der leiblichen Mutter/ Eltern zu erfahren, sofern dies nicht die Rechte/ Sicherheit dieser beeinträchtigt.

Das Verfahren sieht vor, dass die Schwangere Kontakt zu einer entsprechenden Beratungsstelle aufnimmt und nach Aufklärung über die rechtlichen Aspekte einer anstehenden Adoption und den jeweiligen Rechten des Kindes/ des Kindsvaters dem Procedere der vertraulichen Geburt zustimmt. Die Schwangere wählt ein Pseudonym aus Vor- und Familiennamen, optional kann sie weibliche/ männliche Vornamen für das Kind angeben. Die Beratungsstelle nimmt dann vertraulich die Personalien der Schwangeren auf und gibt diese ebenso streng vertraulich an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), Referat 103, 50964 Köln weiter. Dieser Herkunftsnachweis kann ab dem vollendeten 16. Lebensjahr von dem Kind eingesehen werden! Nach Sichtung der Daten wird die Schwangere von der Beratungsstelle an eine Geburtshilfliche Klinik/ Arztpraxis oder eine Hebamme vermittelt. Die Schwangere bleibt weiterhin während der Vorsorgeuntersuchungen sowie zur Geburt unter ihrem Pseudonym in ihrer Anonymität geschützt.

Die leibliche Mutter kann die Freigabe zur Adoption unter Wahrung der Bedürfnisse des Kindes (das Wohl des Kindes darf nicht gefährdet sein) innerhalb eines Jahres zurücknehmen (Adoptionspflegezeit). Die Rückgabe des Kindes muss durch ein Familiengericht festgestellt werden.

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), 50964 Köln, Tel.: 0221-3673-0; www.bafza.de