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Entwicklungsunterschied zwischen den Feten bei Mehrlingsschwangerschaften. Eine gewisse Abweichung des Wachstums ist vor allem bei dichorialen Zwillingen oder Zwillingen unterschiedlichen Geschlechts durchaus üblich.

Weicht allerdings das fetale Wachstum (in erster Linie gemessen am kindlichen Brustkorb) bezogen auf den kleineren zum größeren Zwilling um 25% und mehr ab, spricht man von einer Wachstumsdiskrepanz. In diesem Moment liegt meist auch eine fetale Wachstumsretardierung des kleineren Kindes vor.

wird auch als Wachstumsverzögerung oder IUGR (engl. intrauterine growth restriction/ retardation) bezeichnet. Das Wachstum des Fetus liegt bezogen auf die am jeweiligen Schwangerschaftsalter orientierten Normalwerte unterhalb der sog. 10. Perzentile. Der Fetus ist damit nicht nur klein sondern zu klein. Medizinisch spricht man bei einem kleinen Fetus, der klein aber „fein" und damit nicht zu klein gemessen wird, von einem SGA-Fetus (small for gestational age).

Wehen sind muskuläre Kontraktionen der Gebärmutter; einzelne, gelegentliche Wehen werden als Kontraktionen bezeichnet.
Wehen insbesondere Geburtswehen (Muttermunds wirksame Wehen) liegen vor, wenn sie rhythmisch bzw. regelmäßig auftreten und auf den Beckenboden bzw. eröffnend auf den Muttermund wirken. Die Wehentätigkeit wird in aller Regel verspürt bzw. über das sog. Cardio-Tokogramm (CTG) aufgezeichnet.

vgl. Tokolyse; medikamentöse Beeinflussung der Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter mittels Blockade der Calzium-abhängigen Muskelrezeptoren; die Kontraktionen der glatten Uterusmuskulatur werden dadurch gedämpft bzw. komplett unterbrochen.
Mögliche Medikamente sind Magnesiumverbindungen, die oral oder viel wirksamer intravenös verabreicht werden. Ferner eignen sich Calciumantagonisten, wie sie auch in der Therapie des Bluthochdrucks verwendet werden. Als sehr wirksam hat sich die Verabreichung eines Antagonisten am Oxytocin-Rezeptor gezeigt (allerdings ist die Therapie teuer!).

äußere Wendung; bei einer Steißlage (Beckenendlage) bzw. Querlage durchgeführtes Manöver, um das Kind in eine Kopflage (Schädellage) zu drehen. Das Vorgehen setzt reichlich Erfahrung voraus und sollte nur in einem geburtshilflichen Zentrum nach mindestens 37 kpl. SSW durchgeführt werden. Die Erfolgsraten sind mit gut 60 % nicht gerade hoch, das heißt die Kinder lassen sich teilweise nicht drehen oder sie drehen sich nach dem Manöver auch wieder zurück.
Komplikation sind eher selten, können aber bei drohender fetaler Beeinträchtigung einen notfallmäßigen Kaiserschnitt zur Folge haben; deshalb sollte man zu einer solchen Wendung immer ein OP-Team verfügbar haben (Stand-by).

vgl. Abortivei; unzureichend angelegte Schwangerschaft.

Im Ultraschall zeigt sich zwar eine Fruchthöhle, in der aber keine Embryonalanlage und kein Dottersack zu finden ist; meist kommt es frühzeitig zum Verlust der Fruchtanlage. Es resultiert ein Frühabort mit Einsetzen von Blutungen in den ersten 5-6 (bis 8) SSW. Eine Ausschabung (Curettage) ist nur selten z. B. bei stärkeren Blutungen oder Infektionen (Fieber!) erforderlich. Gründe für ein Windei sind Chromosomenstörungen, Infektionen, ionisierende Strahlung sowie Medikamente.

Dieses Phänomen ist auch bei Vögeln bekannt: Ein Ei ohne Kalkschale wird als Windei bezeichnet. Man dachte, dass ein solches Ei vom Wind bzw. den Atem Gottes befruchtet worden wäre. Der wahre Grund besteht schlicht in Kalkmangel der Tiere, der alters- oder jahreszeitlich bedingt auftreten kann.

häufige, durch Varizellen bzw. das Varizella-Zoster-Virus bedingte Infektionserkrankung. Zählt zu den häufigsten Kindererkrankungen. Die Immunitätslage in der erwachsenen Bevölkerung ist im Allgemeinen sehr hoch (93%), wodurch ein allgemein hoher Schutz gegenüber Windpocken besteht. Trotz Impfung bzw. stiller Immunisierung nach durchgemachter Erkrankung verbleiben etwa 7% nicht immunisierte Menschen, entsprechend einem Frauenanteil von etwa 3,5%.

bezeichnet die Phase der ersten 6 – 8 Wochen nach der Geburt; wird auch Puerperium (lat. für Kindbett) oder Postpartalphase genannt.
Das Wochenbett beginnt mit der vollständigen Geburt der Plazenta (Plazentaphase), wodurch die letzte Phase der Geburt definitionsgemäß abgeschlossen wird.

auch Baby-Blues oder sog. Heultage; Stimmungstief (dysphorische Phase) Stunden bis Tage nach der Geburt; meist um den 3. Tag nach Entbindung. Betrifft 60 bis 70% aller Wöchnerinnen.
Diese einfachste Situation affektiver Veränderungen nach der Geburt ist wahrscheinlich am ehesten bedingt durch die hormonellen postpartalen Hormonschwankungen (Abfall der Östrogene und Gestagene/ Anstieg des Prolaktins) sowie die Folgen der Strapazen von Schwangerschaft, Geburt und frühe Wochenbettphase/ Stillzeit.

intensive/ anhaltende Stimmungskrise nach der Geburt, auch über das Wochenbett hinausgehend, die meist die Mütter, selten auch die Männer betreffen kann.
Meist schleichende Entwicklung Wochen bis zu zwei Jahren nach der Geburt bei gut 10 % aller Mütter! Häufige Symptome sind neben einer anhaltenden Depression Antriebsmangel, Teilnahmslosigkeit, Angstgefühle, Panikattacken, Zwangsgedanken sowie Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Schwindel und andere körperliche Erschöpfungssymptome.

Symptome und Krankheiten während der Phase der ersten 6 Wochen nach der Geburt. Diese sind zahlreich und betreffen im Prinzip sämtliche mütterlichen Systeme wie Gebärmutter, Urogenitaltrakt, Brustdrüse (Stillphase/ Laktation), Herz-Kreislauffunktion mit Nieren-, Blutdrucksystem, Gerinnungssystem, Immunsystem, Leberstoffwechsel sowie das Muskel- und Skelettsystem (z. B. neuromuskuläre Störungen nach einer Regionalanästhesie) sowie psycho-somatische Erkrankungen.

Lochien; Wundsekretion aus der Plazentahaftstelle. Nach vollständiger Geburt der Plazenta wird die Wundfläche innerhalb der Gebärmutter nach und nach verschlossen. Der Wundheilungsprozess führt zu phasenweisen Veränderungen, die anhand der Menge und Farbe des Wochenflusses gekennzeichnet sind. Nach 6-8 Wochen ist dieser Heilungsvorgang mit Blutstillung, Wundverschluss, Abstoßung sämtlicher „kindlicher" Gewebe (Eihautanteile aus Chorion, Amnion und Dezidua aber auch Kindspech, Käseschmiere und Lanugohaare) und dem Wiederaufbau eines physiologischen Infektionsschutzes abgeschlossen.

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