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Transkutane Elektrische Nervenstimulation; in der Physiotherapie (Elektrotherapie) etablierte Behandlungsmethode zur Linderung der Schmerzwahrnehmung.

Elektrische Impulse unterschiedlicher Dauer, Stärke und Frequenz werden zwischen Elektroden über die Haut zu den benachbarten Nervenfasern geleitet. Je nach Intensität wird entweder der Schmerzreiz durch den elektrischen Impuls überlagert bzw. in geringerer Intensität an das ZNS weitergeleitet oder wie bei der Akupunktur wird die Synthese körpereigener schmerzlindernder Substanzen (sog. Endorphine) angeregt. Die Anwendung bzw. der Therapieerfolg ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.

vgl. Entbindungstermin; voraussichtlicher Entbindungstermin; voraussichtliches Datum der Entbindung, errechnet nach dem 1. Tag der letzten Periode (Naegele-Regel).
Diese errechnet den voraussichtlicher Entbindungstermin nach dem 1. Tag der LP + 1 Jahr + 7 Tage – 3 Monate. Demnach dauert eine durchschnittliche Schwangerschaft 40 abgeschlossene Schwangerschaftswochen (40+0 SSW) oder 10 (Lunar)Monate bzw. 280 Tage.

Tragzeit über 40 komplette SSW bzw. 280 Tage gerechnet nach letzter Periode (post menstruationem, p.m.) hinaus; wird auch als rechnerische Übertragung bezeichnet; von einer solchen Tragzeitüberschreitung sind etwa 10% der Schwangeren betroffen (Tragzeit zwischen 281 und 293 Tagen, bzw. zwischen 40 kpl. und 42 SSW). Als Übertragung wird eine Tragzeit von mehr als 42 kpl. SSW bzw. 294 Tagen und mehr bezeichnet; letzteres betrifft etwa 1% der Schwangeren.

meist genetisch bedingte, familiär gehäuft auftretende Neigung zu Thrombosen. Es existieren eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen, die unter dem Begriff der Thrombophilie zusammengefasst werden. Eine wesentliche und häufige Diagnose ist die Faktor-V-Leiden-Mutation. Dem Betroffenen ist diese Situation oft gar nicht bekannt. Meist wird diese Konstellation z.B. im Rahmen der Abklärung einer Thrombose/ Lungenembolie, gehäufter Abortschwangerschaften (habitueller Abort/ chronisch rezidivierter Abort) oder unerfülltem Kinderwunsch festgestellt.

Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefäßes. Thrombosen können arteriell oder wie meistens venös entstehen. In aller Regel handelt es sich in der Schwangerschaft um Gerinnsel innerhalb eines Gefäßes der tiefen Beinvenen oder Beckenvenen. Oberflächliche Thrombosen sind eher harmlos und führen in aller Regel zu keinerlei systemischen Nebenwirkungen.

Maßnahmen zur Vermeidung einer Thrombose und eventueller Embolie von Gefäßen der Lungenstrombahn (Lungenembolie). Thrombosen und damit verbundene Embolien verlaufen nicht selten tödlich! Vor allem in der Schwangerschaft aber auch noch in der Zeit des Wochenbettes besteht ein deutlich erhöhtes Risiko einer Thrombose der tiefen Beinvenen (eingeschränkte Blutzirkulation der unteren Körperhälfte, Ödembildung, gesteigerte Gerinnung).

vgl. Wehenhemmung; medikamentöse Beeinflussung der Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter mittels Blockade der Calzium-abhängigen Muskelrezeptoren.

Die Kontraktionen der glatten Uterusmuskulatur werden dadurch gedämpft bzw. komplett unterbrochen. Mögliche Medikamente sind Magnesiumverbindungen, die oral oder viel wirksamer intravenös verabreicht werden. Ferner eignen sich Calciumantagonisten, wie sie auch in der Therapie des Bluthochdrucks verwendet werden (Nifedipin).

Akronym für die Beschreibung der sog. Infektionsserologie. Sie umfasst eine größere Anzahl serologischer Untersuchungen zum Einschluss/ Ausschluss von Infektionserkrankungen während der Schwangerschaft, die durch vertikale Transmission potentiell auf das Kind übertragen werden können (Emryopathien/ Fetopathien).
Die für eine Schwangerschaft wesentlichen Infektionserkrankungen sind in erster Linie durch Viren, Bakterien und sog. Protozoen (Einzeller wie Toxoplasmen) verursacht.

Versterben des Kindes im Zusammenhang mit der Geburt unabhängig vom Gewicht oder der Schwangerschaftswoche. Ab etwa 24 SSW ist ein Überleben außerhalb der Gebärmutter grundsätzlich möglich. Wiegt ein im Mutterleib verstorbenes Kind unter 500 g spricht man von einer Fehlgeburt (Spätabort).

nicht ganz seltene Infektion durch Toxoplasma Gondii, einen parasitären Einzeller, der fäkal-oral übertragen wird. Die Infektion kann über Katzenkot, Arbeiten mit Gartenerde und Genuss von rohem Fleisch aber auch Salat, Gemüse aus Bioanbau übertragen werden.

Die Infektion erfolgt in aller Regel unbemerkt und ist außerhalb der Schwangerschaft absolut ungefährlich. Nach durchgemachter Infektion erwirbt man eine meist lebenslang andauernde Immunität (stille Feiung). Gut 40 % aller Schwangeren sind meist ohne dies zu wissen immun (pos. IgG-Titer).

vgl. vertikale Transmission; Bezeichnung für den speziellen Infektionsweg bei Schwangeren für Bakterien, Viren, Protozoen (Einzeller), Pilze u.a. von der Mutter über die Plazenta/ Eihäute (transplazentar) auf das Ungeborene (intrauterine Infektion), z.B. HIV-Infektion, Windpocken-Infektion und viele andere mehr.

Schwangerschaftstrimester oder –drittel. Einteilung der Schwangerschaft in jeweils gleiche Abschnitte von je 13 Wochen. Ein Trimester/ Trimenon ist ein Abschnitt von etwa 3 Monaten, was rechnerisch nicht ganz korrekt ist, da eine Schwangerschaft nicht 9 sondern 10 Monate dauert. Man spricht akademisch von einem ersten, zweiten und dritten Trimester oder Trimenon der Schwangerschaft. Das erste Drittel wird auch als Embryonalphase, die nachfolgenden beiden Trimester als Fetalphase bezeichnet.

Pränataler Test auf Trisomie 21 aus mütterlichem Blut auf drei Parameter alpha-Fetoprotein, Östradiol und beta-HCG. Wird bzw. wurde bis zur 16. SSW durchgeführt. Ist heute aufgrund seiner geringen Aussagekraft bzw. Spezifität und Sensitivität (bei gerade einmal 65%) nicht mehr gebräuchlich!

Syndrom mit einem zusätzlichen X-Chromosom. Der Karyotyp lautet 47 XXX. Im Englischen auch als super female syndrome bezeichnet. Im Prinzip handelt es sich um eine Form der Trisomie mit fehlender Teilung der X-Chromosomen in der Reifeteilung (Meiose).

Nicht lebensfähige Fehlbildung mit verdreifachtem Chromosomensatz (69 XXX/XX/ XXY/ XYY), die unabhängig vom Alter der Mutter auftritt. Die Häufigkeit nimmt in der Schwangerschaft von 1:2000 (12 SSW) auf 1:250.000 (20 SSW) ab, denn die meisten dieser Embryonen/ Feten versterben bis zum Ende des ersten Trimenon bereits intrauterin.

Genmutation mit veränderter Anzahl bzw. Struktur einzelner Chromosomen. Relativ häufige Art der Chromosomenstörung, bei der es zu einer Verdreifachung eines Chromosoms infolge gestört ablaufender Reifeteilung (Meiose) kommt.
Trisomien betreffen praktisch alle Chromosomen also die Autosomen (Chromosomen 1 – 22) wie die Geschlechtschromosomen (Gonosomen X und Y). Die meisten Trisomien sind allerdings nicht lebensfähig. Lediglich die Trisomie 21 bzw. das Triplo-X-Syndrom sind lebensfähige Trisomien.

vgl. Pätau-Syndrom oder Bartholin-Pätau-Syndrom bzw. D1-Trisomie; Chromosomenstörung mit dreifach angelegtem Chromosom 13. Dieses Syndrom zeigt eine hohe Rate an schwerwiegenden Fehlbildungen, weshalb die Trisomie 13 sicher zum Versterben des Kindes führt. Es besteht eine hohe Rate an Abortenintrauterinem Fruchttod (IUFT) bzw. Totgeburten.

vgl. Edwards-Syndrom; Chromosomenstörung mit dreifach angelegtem Chromosom 18 basierend auf einer Genommutation, deren Risiko mit zunehmendem Alter der Schwangeren stark ansteigt. Die durchschnittliche Häufigkeit beträgt 1:2.500 Schwangerschaften, bei einer 40-Jährigen ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 1:180. Nach dem Down-Syndrom ist dieses Syndrom die zweithäufigste Form der Trisomie.

vgl. Down-Syndrom; häufigstes genetisches Syndrom des Menschen mit zahlenmäßiger Veränderung des Chromosomensatzes (Chromosom 21 ist drei mal statt 2 mal vorhanden, 47 statt 46 Chromosomen im Chromosomensatz), das mit einer erstaunlichen Menge an körperlichen Veränderungen, Intelligenzbeeinträchtigung und Immundefekten einhergeht. Die Symptome sind in Auftreten und Ausprägung enorm variabel. Sehr häufig bestehen Herzfehler sowie Darm- und Nierenfehlbildungen. Es gibt allerdings Kinder mit Down-Syndrom, die keinerlei anatomische Anomalien aufweisen.

Begriff aus der Embryologie. Am 5. Tag nach der Befruchtung bildet sich die sog. Blastozyste (Blasenkeim), die sich an typischer Stelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet (Nidation).

Die Blastozyste besteht aus einer flüssigkeitsgefüllten kleinen Höhle, einer inneren Zellschicht (Embryoblast) und einer äußeren Schutzschicht mit einer Grenzschicht von Deckzellen, die als Trophoblast bezeichnet werden. Aus dieser Schutzschicht entsteht später die Plazenta, die damit ein embryonales/ fetales Organ darstellt.

gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen (GTE) sind eine Gruppe seltener schwangerschsafts-assoziierter Tumoren, die als Tumorerkrankungen eine besondere biologische Einheit bilden. Zu ihnen zählen die einfache, komplette, partielle und invasive Blasenmole, der plazentanahe Pseudotumor und das Chorionkarzinom.

Einwandern der Zellen des Trophoblasten (Frühanlage des Embryos) in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Dieser frühe Vorgang des Einnistens (Nidation) verläuft in zwei Wellen (6. - 8. SSW und 14. - 16. SSW). Diese Implantationsvorgänge sind nicht nur extrem komplex, sondern entscheiden über das Angehen und die weitere Entwicklung und damit über Erfolg, Komplikationen oder das Scheitern einer Schwangerschaft.

nach Trophoblasterkrankungen (GTE) oder im Rahmen einer Extrauterinschwangerschaft (EUG, Eileiterschwangerschaft, ektoper Schwangerschaft) kommt es gelegentlich zu einer Trophoblastpersistenz: Es verbleibt trotz operativer Maßnahmen wie einer Bauchspiegelung und/ oder einer Ausschabung (Curettage) aktives Schwangerschaftsgewebe an unbekannter Stelle. Nach Bestimmung der Höhe des HCG-Spiegels sollte eine Monochemotherapie mit Methotrexat (Folsäureantagonist) erfolgen. Eine vaginalsonographische Kontrolle der Gebärmutter und der Bauchhöhle sind wie Verlaufskontrollen des beta-HCG-Spiegels bis unterhalb der Nachweisgrenze (2 U/l) obligat.

gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen (GTE) sind eine Gruppe seltener Schwangerschafts-assoziierter Tumoren, die als Tumorerkrankungen eine besondere biologische Einheit bilden. Zu ihnen zählen die einfache, komplette, partielle und invasive Blasenmole, der plazentanahe Pseudotumor und das Chorionkarzinom. Immunologisch gesehen handelt es sich um genetisch entartete und potentiell invasive, metastasierende Transplantat-Tumoren (Schwangerschaftsgewebe ist eine Art Transplantat auf Zeit).

Abortgeschehen im Rahmen einer Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität). Günstigste Variante der an sich komplikationsreichen Form einer Schwangerschaft im Eileiter. Manchmal kommt es zum Abbluten des ektopen Schwangerschaftsgewebes aus dem Eileiter in den Bauchraum.

vgl. Eileiterschwangerschaft, häufigste Form der sog. ektopen Schwangerschaft, Extrauterinschwangerschaft; oft nicht ganz zutreffend als Bauchhöhlenschwangerschaft bezeichnet.
Etwa 2% aller Schwangerschaften nisten sich nicht regelhaft in der Gebärmutterschleimhaut sondern in anderen Bereichen des inneren Genitales ein. Meist geschieht dies im Eileiter manchmal auch am Eierstock selten im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervikalschwangerschaft, hoch gefährlich!) oder in der Gebärmuttermuskulatur. Eine nicht am richtigen Ort eingenistete Schwangerschaft wird als ektope Schwangerschaft bezeichnet.

vgl. Monosomie X. Genetisches Syndrom mit Fehlen des väterlichen X-Chromosoms. Es besteht keine Abhängigkeit vom Alter der Mutter. Die Häufigkeit beträgt in der Schwangerschaft bis 12 SSW etwa 1:1.500, zum Zeitpunkt der Geburt ca. 1:4.000. Aufgrund der genetischen Störung und eventuellen Herzfehler bzw. anderer Anomalien kommt es zu einer intrauterinen Verlustrate von etwa 60%.

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