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vgl. Molenschwangerschaft; Fehlanlage einer Schwangerschaft mit blasiger Degeneration der Chorionzotten (sog. Blasenmole). Zählt zu den Trophoblaststörungen/ Trophoblasttumoren.

Wird auch als partielle Mola hydatida bezeichnet. Regional sehr unterschiedliche Häufigkeitsverteilung mit ca. 1:1.250 Schwangerschaften. Zählt zu den schwangerschaftsbedingten Trophoblasterkrankungen (GTE). Diese bilden eine Gruppe seltener schwangerschaftsassoziierter Tumoren.

Erreger der Ringelröteln, sog. fifth disease. Gehört zu den Erythroviren, die in erster Linie aber nicht ausschließlich die roten Blutzellen angreifen bzw. zerstören und eine Blutarmut (Anämie) verursachen. Auch weiße Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten) können massiv abfallen. Klinisch ergeben sich selten Krankheitszeichen wie Hautrötung, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, Leberentzündung, Milzschwellung, Durchfall und allgemeine Symptome eines grippalen Infektes.

vgl. Trisomie 13; auch Bartholin-Pätau-Syndrom bzw. D1-Trisomie; Chromosomenstörung mit dreifach angelegtem Chromosom 13. Dieses Syndrom zeigt eine hohe Rate an schwerwiegenden Fehlbildungen, weshalb die Trisomie 13 sicher zum Versterben des Kindes führt. Es besteht eine hohe Rate an Abortenintrauterinem Fruchttod (IUFT) bzw. Totgeburten.

geburtshilfliche Betäubung, sog. Regionalanästhesie zur Schmerzlinderung unter der Geburt.
Die Periduralanästhesie wird mittlerweile von gut einem Drittel aller Gebärenden in Anspruch genommen. Die Erfahrungen sind durchweg gut. Die Schmerzbetäubung beträgt sicher nicht 100%, doch die meisten Gebärenden verspüren deutlich weniger Schmerzen. Schmerzhaft ist in erster Linie die mehr oder weniger lange Phase der Muttermundseröffnung (EP oder Eröffnungsphase).Vor allem bei Erstgebärenden, bei Beckenendlagen/ Steißlagen kann sich die Eröffnung sehr protrahiert und dementsprechend kraftraubend gestalten.

Entbindungszentrum mit Integration hochspezialisierter Geburtshilfe, Kinderklinik mit Schwerpunkt Perinatologie zur Versorgung auch extrem Frühgeborener (Neugeborenen-Intensiv-Abteilung) und einer Kinderchirurgischen ggf. auch Kinderkardiologischen Abteilung. Zusätzlich ist natürlich eine entsprechend personell wie technisch ausgestattete Anästhesie-Abteilung sowie OP-Pflege erforderlich.

Besteht bereits vor der Schwangerschaft eine Blutdruckerhöhung (Arterielle Hypertonie), die sich in der Schwangerschaft verstärkt oder verschlimmert, bezeichnet man dies als Pfropf-Gestose. Die Gestose also die Blutdruckproblematik der Schwangerschaft pfropft sich auf den bestehenden Bluthochdruck auf.

Säuregehalt; in der Scheide gemessen liegt dieser physiologisch zwischen 4,0 und 4,4 und damit im deutlich sauren Bereich (Milieu). Es entsteht dadurch ein natürlicher Säureschutzmantel gegen Infektionen durch Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren. Gewährleistet wird der Schutz durch die in der Scheide massenhaft angesiedelten Laktobazillen (azidophilus, ramnosus, racemosus etc./ Milchsäurebakterien bzw. Döderlein-Bakterien), die durch Verstoffwechseln glykogenhaltiger Vaginalepithelien und die Produktion von Milchsäure den niedrigen pH-Wert erzeugt und aufrecht erhalten.

Holzhörrohr, das heute noch meist von Hebammen zum Abhören der fetalen Herztöne benutzt wird. Der französische Arzt Adolphe Pinard hat 1895 dieses spezielle Hörrohr/ Stethoskop für die Geburtshilfe entwickelt. Es existieren mehrere Varianten, meist aus Holz und etwa 17-20 cm lang. Fetale Herztöne können ab etwa 20 Wochen auf diese Art erfasst/ gehört werden.

Mutterkuchen; komplexes fetales Organ zur Versorgung (Nährstoffe, Flüssigkeit, Sauerstoff, Gasaustauch, Entsorgung) und zum Schutz (Plazentaschranke, Immunsystem) des ungeborenen Kindes. Die Plazenta stellt die immunologische Barriere zwischen mütterlichem und kindlichem Kreislaufsystem dar. Sie nimmt mit der Funktion des embryonalen Kreislaufs nach etwa 4 SSW ihre Arbeit auf. U.a. produziert die Plazenta Hormone wie das beta-HCG, Progesteron und das humane Plazentalaktogen (HPL), das seinerseits an der Entstehung des Gestationsdiabetes Anteil zu haben scheint.

anhaftende Plazenta; infolge gestörter Trophoblastinvasion dringen plazentare Zotten bis nahe an das Myometrium heran, also die Gebärmuttermuskulatur vor. Es kommt folglich nach der Geburt des Kindes zu einer verzögerten oder fehlenden Lösung der Plazenta. Die Gefahr einer verstärkten Blutung nach Geburt (postpartale Hämorrhagie!!) nimmt dadurch nicht unerheblich zu, die Plazenta und Eihäute müssen deshalb zeitnah nach Geburt des Kindes manuell bzw. operativ gelöst und komplett entfernt werden.

eindringende Plazenta; mit etwa 17% Anteil an einer Plazentaanhaftungsstörung deutlich seltener als eine Plazenta accreta. Infolge gestörter Trophoblastinvasion dringen plazentare Zotten bis z. T. tief in das Myometrium also die Gebärmuttermuskulatur vor. Es kommt folglich nach der Geburt des Kindes zu einer verzögerten oder fehlenden Lösung der Plazenta. Die Gefahr einer verstärkten Blutung nach Geburt (postpartale Hämorrhagie!!) nimmt dadurch nicht unerheblich zu, die Plazenta und Eihäute müssen deshalb zeitnah nach Geburt des Kindes manuell bzw. operativ gelöst und komplett entfernt werden.

durchdringende Plazenta; mit etwa 5 -7 % Anteil an einer Plazentaanhaftungsstörung deutlich seltener als eine Plazenta accreta oder increta. Infolge gestörter Trophoblastinvasion dringen plazentare Zotten durch das Myometrium also die Gebärmuttermuskulatur hindurch und bis in die Uterusserosa (Pertioneum der Gebärmutter) vor. Plazentagewebe kann sogar bis in die Harnblase oder den Darm (Rektum) einwachsen! Es kommt folglich nach der Geburt des Kindes zu einer fehlenden Lösung der Plazenta.

Das Plazentagewebe bedeckt den inneren Muttermund ganz oder teilweise. Anlagestörung der Plazenta mit Lokalisation vor oder in unmittelbarer Nähe des inneren Muttermundes. Hochriskante Situation mit z.T. erheblicher Blutungssituation in Schwangerschaft und unter der Geburt. Häufige Assoziation mit einer Plazenta accretaincreta oder percreta! Eine Plazenta praevia totalis ist für Mutter und/ oder Kind unter Umständen lebensgefährlich.

nicht ausreichende Versorgung über das Gefäßsystem der Plazenta. Dadurch kommt es zu einer Mangelversorgung des Kindes mit Sauerstoff, Hormonen, Nährstoffen, Vitaminen und Antikörpern.

Mögliche Folgen sind Fehlgeburt (Abort), intrauteriner Fruchttod (IUFT), Frühgeburtfetale Wachstumsverzögerung (IUGR), geringe Fruchtwassermenge (Oligohydramnion, Anhydramnion).

Die manuelle Plazentalösung beschreibt die Lösung der Plazenta mit der Hand bei ausbleibender spontaner Plazentageburt in der Plazentaphase nach Geburt des Kindes.
Die Plazentalösung sollte entweder in Sedierung oder unter Anwendung einer PDA erfolgen. Nach manueller Bergung der Plazenta/ der Eihäute erfolgt in aller Regel eine Curettage mit stumpfer Curette ggf. unter Ultraschallsicht. Nachfolgend sollte die Gebärmutter zur Vermeidung unkontrollierter Nachblutungen gut medikamentös tonisiert werden (Oxytocin-Infusion).

Methode der pränatalen Diagnostik; über die Bauchdecke wird nach 13 SSW eine feine Nadel in das Plazentegewebe vorgeführt. Dann werden mit einer Vakuum-Spritze Plazentazellen abgesaugt. Die gewonnenen Zellen können kultiviert und auf chromosomale Anomalien untersucht werden (Karyotypisierung, Molekulargenetik).

Vermehrung des Fruchtwassers, auch als Hydramnion bezeichnet. Leitsymptom wichtiger differentialdiagnostischer Überlegungen. Das Polyhydramnion gehört wie das Oligohydramnion (wenig bzw. zu wenig Fruchtwasser) zu den Softmarkern. Es ist hinweisend aber nicht beweisend für eine fetale Anomalie. Kommt in etwa 1% der Schwangerschaften vor. Die Beurteilung der Fruchtwassermenge ist nicht ganz einfach und nicht selten sehr subjektiv.

im Beriech des äußeren Muttermundes (Portio vaginalis uteri) kommt es unter hormonellem Einfluss zu einer Umgestaltung von Gefäßen und der oberflächlichen Deckzellschicht (Epithel). Die so entstehende Portioektopie ist in der Schwangerschaft durchaus häufig.

seltene Nierenfehlbildung mit Fehlanlage beider Nieren (Nierenagenesie bds.); benannt nach der amerikanischen Pathologin Edith Potter.

Infolge dieser tödlichen Fehlbildung, die meist bei männlichen Feten auftritt, kommt es ab 14-16 SSW zu einer Reihe von sequentiellen Symptomen wie verminderter Fruchtwassermenge (Oligohydramnion, Anhydramnion), Fehlstellungen der Füße und Hände und Wirbelsäule (Klumpfüßchen, Klumphände, Wirbelsäulenverkrümmung), typischem Gesichtsmuster (platte, breite Nase, weiter Augenabstand, Unterentwicklung des Unterkiefers, Fehlgestaltung der Ohrmuschel), weiteren urogenitalen Anomalien und der massiven Unterentwicklung der fetalen Lungen (Lungenhypoplasie).

intensivere, schwerere Form der Gestose (Blutdruckerhöhung in der Schwangerschaft, erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie). Tritt frühestens ab etwa 20 SSW auf. Je früher eine Präeklampsie einsetzt, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen auf die Schwangere und das Kind. Häufig ist eine vorzeitige Entbindung erforderlich!

Früherkennung von Risikopatientinnen hinsichtlich schwangerschaftsbedingter Blutdruckerhöhung (Gestose); bereits im ersten Trimenon/ Trimester (10 – 13 SSW) und damit bereits Wochen vor dem Auftreten klinischer Zeichen ist eine Testung auf PIGF (Plazenta-Wachstumsfaktor, Placental Growth Factor) aus mütterlichem Blut möglich.
Eine Erniedrigung dieses Faktors ist Ausdruck ungenügender Gefäßentwicklung und damit Zeichen für die Entwicklung von Blutdruckstörungen: PIGF wird von der Plazenta zwischen 12 und 32 SSW in hohem Maße gebildet und gehört zu den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktorenrezeptoren (VEGF).

seit August 2012 in Deutschland nach zahlreichen z.T. heftigen emotionalen und ethischen Diskussionen sowie langwierigem Zulassungsverfahren eingeführter Test zur Bestimmung fetaler Zellen aus dem Blut der Schwangeren. Vorgeburtlicher, nicht-invasiver Gentest aus mütterlichem Blut, sog. NIPT. Bestimmt werden aktuell die Chromosomen 13, 18 und 21 sowie das X- und Y-Chromosom, inzwischen auch Anomalien der Geschlechtschromosomen.

eine spezielle Form der sehr frühen Pränataldiagnostik noch vor dem Transfer der Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF/ ICSI).

In Deutschland ist die PID nicht absolut verboten, allerdings auch nur in sehr wenigen speziellen Ausnahmefällen zugelassen. Pro Jahr betrifft es hierzulande weniger als 50 Schwangere! Kritiker würden diese Diagnostik als Embryonenselektion vor der Schwangerschaft bezeichnen.

vorgeburtliche Maßnahmen zur Entdeckung bzw. zum Ausschluss von Anomalien des Ungeborenen oder von Auffälligkeiten im Schwangerschaftsverlauf. Man unterscheidet grundsätzlich nicht-invasive von invasiven Techniken. Der Einsatz pränataler Diagnostik setzt immer die Zustimmung der Schwangeren/ des Paares nach ausreichender Information voraus (sog. informed consent).

Therapiemaßnahmen am Fetus entsprechend einem intrauterinen operativen bzw. medikamentösen Management.

Inzwischen bestehen durchaus vielfältige Methoden der fetalen Therapie. Nachdem die einzelnen Therapieoptionen z. T. sehr speziell sind, sollen die Möglichkeiten lediglich genannt werden:

der Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Pränatalmedizin beinhaltet umfänglich die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bzw. das Management vorgeburtlich auftretender Problemsituationen beim Fetus bzw. der Schwangeren, im Zusammenhang mit der Geburt und der Phase nach der Geburt (Wochenbett, Puerperium).

ein von der Plazenta gebildetes Polypeptid bzw. Protein. Wird in der Pränataldiagnostik im Rahmen des Ersttrimester-Screening zwischen 11+0 bis 13+6 SSW aus dem Blut der Schwangeren bestimmt. Gemeinsam mit anderen Parametern ist es ein wesentlicher Baustein zur Risikoabschätzung hinsichtlich genetischer Anomalien wie Trisomie 13Trisomie 18 und Trisomie 21 und der Triploidie. Bei sehr niedrigen PAPP-A-Werten besteht zudem der Verdacht auf eine Plazentainsuffizienz.

Reifung bzw. Softening. Geburtseinleitung durch Auslösung von Wehen und Reifungsprozessen am Gebärmutterhals (Zervix; deshalb auch als Zervixpriming bezeichnet). Erfolgt am unreifen Muttermund/ Zervix in aller Regel mit Prostaglandinen (erweichen bzw. verkürzen die Zervix und lösen Wehen aus).

Ist der Muttermund bereits 2-3 cm eröffnet kommt in aller Regel Oxytocin (Wehenhormon) zum Einsatz. Neuerdings erfolgt die Zervixreifung auch über einen speziellen Ballonkatheter (cervical ripening balloon, CRB).

Gelbkörperhormon, oft auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet (Progestin). Gehört zur Gruppe der Gestagene (gestare lat. tragen, schwanger sein); ein Steroidhormon aus 21 Kohlenstoffatomen, das bei Mann und Frau gebildet wird. Bei der Frau erfolgt dies in erster Linie in der zweiten Zyklushälfte durch den sog. Gelbkörper (Corpus luteum) des Eierstocks.

Milchbildungshormon, Stillhormon. Wird im Hypothalamus gebildet, in der Hypophyse gespeichert und über das Pfortadersystem der Hypophyse in den Blutkreislauf abgegeben.

In der Schwangerschaft beginnt die Milchbildung/ Laktation bereits ab der 16. SSW. Nach Spätaborten jenseits dieser SSW sollte immer auch ein primäres Abstillen erfolgen (primäre Laktationsinhibition).

Vorsorgemaßnahmen, die in primäre und sekundäre Prophylaxen eingeteilt werden.

Alle Maßnahmen der primären Prävention zielen darauf ab, eine bestimmte Erkrankung zu verhindern, sie also nicht auftreten zu lassen. Hierzu zählen alle Impfungen. Auch die Folsäureprohylaxe (Verhinderung einer spina bifida), Rachitisprophylaxe (Vitamin D für Neugeborene), Vitamin-K-Prophylaxe (Verhinderung gasto-intestinaler Blutungen des Neugeborenen) oder die inzwischen nicht mehr routinemäßig durchgeführte Crede-Infektionsprophylaxe (Gonorrhoe/ Augenprophylaxe mit Silbernitratlösung) sind Beispiele für eine primäre Prophylaxe.

Stoffwechselmodulatoren zum Weichmachen des Gebärmutterhalses, auch als Softening oder Priming bezeichnet. Damit wird ein aktives Vorgehen zur Geburtseinleitung/ Wehenauslösung ermöglicht.

In aller Regel werden Prostaglandine (PG, meist E1, E2 oder zur Abortauslösung auch F2Alpha) eingesetzt. Diese Stoffwechselmediatoren sind gut geeignet, eine Geburt zu initiieren, indem der Gebärmutterhals erweicht (gesoftet) und verkürzt wird.

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