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Verbindung zwischen Plazenta und Embryo bzw. Fetus. Die Nabelschnur enthält zur Versorgung mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen normalerweise drei Gefäße: eine im Querschnitt größere Vene (bringt sauerstoffreiches Blut zum Kind) und zwei kleinere Arterien (führen das sauerstoffarme Blut zurück zur Plazenta).

Nabelschnurblut wird aus der Nabelschnur und der Plazenta gewonnen. Dessen Gewinnung spielt eine Rolle bei der Bestimmung des pH-Wertes (Säuregehalt) als wesentlicher Parameter im geburtsmedizinischen Qualitätsmanagement. Sie erfolgt kurze Zeit nach der Abnabelung. Ein normaler („guter") pH-Wert liegt etwa zwischen 7,20 und 7,40; nach Expertenmeinung entspricht ein pH-Wert unter 7,10 einer ausgeprägten Azidose (Übersäuerung) und steht im Zusammenhang mit möglicherweise schwerwiegenden Komplikationen hinsichtlich der neurologischen Entwicklung des Kindes.

Bruchlücke im Bereich des Nabelschnuransatzes (sog. Omphalozele), die häutig gedeckt ist. Es besteht ein Bruchsack, der je nach Ausdehnung der Bruchlücke in unterschiedlichem Ausmaß Anteile von Bauchorganen enthält (Leber, Magen, Darm, Harnblase). Bis zur 12. SSW ist ein sog. physiologischer Nabelbruch zu beobachten. Ist der Bruchsack zu diesem Zeitpunkt im Durchmesser größer als 1 cm, besteht ein erhöhtes Risiko für die Diagnose einer Omphalozele, welche sich nicht mehr zurückbildet.

normalerweise enthält die Nabelschnur 3 Gefäße: eine Vene, die das sauerstoffreiche Blut von der Plazenta zum Kind transportiert und zwei Arterien, die das sauerstoffarme fetale Blut wieder zurück zur Plazenta führen. Früh embryonal bestehen sogar 4 Gefäße (2 Venen, 2 Arterien), wovon sich aber eine Vene wieder frühzeitig zurückbildet. In etwa 1 % der Schwangerschaft existieren nur 2 Blutgefäße in der Nabelschnur (1 Vene, 1 Arterie); dies wird als singuläre Nabelschnur-Arterie oder engl. Single umbilical artery oder kurz SUA bezeichnet.

Im Nabelschnurblut als auch in Nabelschnurgewebe befinden sich Millionen entwicklungsfähiger Stammzellen. Das Nabelschnurgewebe bietet insbesondere reichlich sog. mesenchymaler Zellen, aus denen sich neue Bindegewebszellen, Knochen-oder Knorpelzellen differenzieren lassen. Neben der klassischen Asservierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut wird aktuell auch die Gewinnung von Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe angeboten.

Schlingenbildung der Nabelschnur in Form eines echten Knotens durch zufällige fetale Bewegungsmuster. Häufig bei langer Nabelschnur oder vermehrter Fruchtwassermenge (Polyhydramnion). Der unechte oder falsche Nabelschnurknoten ist durch Ausbildung von Schlingen der Nabelschnurgefäße oder der Substanz/ Matrix um die Nabelschnurgefäße (sog. Wharton-Sulze) entstanden. Gelegentlich bedingt ein Nabelschnurknoten Komplikationen mit Beeinträchtigung/ Stress für den Fetus (Nabelschnurkomplikationen).

Veränderungen der normalen Physiologie der Nabelschnur während der Schwangerschaft oder unter der Geburt, die unter Umständen einen Notfall für das Kind/ die Kinder darstellen können. Man unterscheidet: Nabelschnurvorliegen, Nabelschnurvorfall, Nabelschnurumschlingung, Nabelschnurumwicklung (engl. Entanglement), Nabelschnurknoten, singuläre Nabelschnurarterie, Einreißen der Nabelschnur und kurze Nabelschnur (< 40 cm).

vgl. Cordozentese; ab 18 SSW (z.T. auch schon ab 16 SSW) kann die Nabelschnur für eine spezielle Diagnostik bzw. Therapie des Fetus genutzt werden.

Beispiele hierfür sind die Abklärung fetaler Infektionen durch Röteln, Windpocken, Herpes, Parvo-B-19-Virus, Toxoplasmose und viele andere mehr, wenn unklar ist, ob es nach mütterlicher Infektion auch zu einer fetalen Beteiligung gekommen ist.

relativ häufiges Phänomen (unter der Geburt gut 30% aller Kinder!), das in aller Regel keine schwerwiegenden Folgen für das Kind hat. Durch die entsprechende Textur der Nabelschnur ist selbst bei einer Umschlingung an Hals oder Extremitäten eine komplette und/ oder dauerhafte Unterbrechung der Durchblutung nicht zu erwarten.

dieses Phänomen ereignet sich prinzipiell nur bei sog. monoamnialen Zwillingen. Bei dieser speziellen Zwillingskonstellation befinden sich die beiden Kinder gemeinsam in einer Fruchtblase. Die Nabelschnüre können sich demnach gegenseitig umwickeln bzw. verheddern. Nicht selten kommt es infolge der gegenseitigen Unterbindung der Blutzufuhr zum Absterben der Zwillinge (Abort/ IUFT). Monoamniote Zwillinge gehören zu den Hochrisiko-Schwangerschaften.

bei vorzeitigem Blasensprung kann sich die Nabelschnur vor den noch nicht fest im Beckeneingang befindlichen vorangehenden (führenden) Kindsteil schieben. Häufiger ereignet sich dies bei einer Beckenendlage, weil der Steiß einen kleineren Umfang aufweist und meist nicht fest im Becken verankert ist. Die Situation kommt allerdings auch bei Kopflagen vor. Setzen Wehen ein, würde die Nabelschnur durch das Kind in jeder Wehe zunehmend komprimiert werden.

liegen Teile der Nabelschnur in der Nähe des inneren Muttermundes und gleichzeitig tiefer als der tiefste (führende) Teil des Kindes, spricht man von einem Nabelschnurvorliegen. Die Nabelschnur liegt geburtsmedizinisch praktisch vor dem Fetus und vor dem Muttermund. Ereignet sich ein Blasensprung ist diese Situation die „beste" Voraussetzung für einen Nabelschnurvorfall und u. U. für eine massive fetale Gefährdung. Der Befund eines Vorliegens der Nabelschnur kann sich spontan wieder normalisieren.

als Nachgeburt werden Plazenta und Eihäute bezeichnet. Sind diese vollständig geboren bzw. entfernt, gilt eine Geburt als abgeschlossen.

nachgeburtlich treten Wehen bereits im Anschluss an die Geburt des Kindes auf. Die Gebärmutter kontrahiert sich rhythmisch um Plazenta und Eihäute abzustoßen (Plazentaphase). Um die Plazentaphase möglichst kurz zu halten (ggf. Blutverlust!) wird nicht selten das Kind wenige Minuten nach der Geburt „angelegt". Durch den Saugreiz wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, was wiederum den Milchfluss anregt bzw. die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter intensiviert.

engl.: nuchal fold; ist die Dicke des Nackens beim Fetus. Die Messung wird im Rahmen des Zweittrimester-Screenings durchgeführt und dient der Beurteilung möglicher fetaler Anomalien. Bei Kindern mit Down-Syndrom ist die Nackenfalte (Haut/ Unterhautschichtdicke) meist deutlich verdickt. Die Nackenfalte gehört zu den sog. Softmarkern. Sie kann Hinweise auf syndromale Erkrankungen geben, liefert aber selbst bei erhöhter Messung keinen Beweis für eine solche Situation. Normalerweise ist eine Messung bis 10 mm normal.

engl.: nuchal translucency; ist ein sehr wesentlicher Parameter in der vorgeburtlichen Diagnostik. Sie entspricht einer Wasseransammlung in der fetalen Haut (deshalb echoarm bzw. transluzent!), die im Rahmen des Ersttrimester-Screenings zwischen 11+0 und 13+6 SSW ultrasonographisch gemessen wird. Eine Breite von 1 mm bis 3,5 mm gilt als normal, wobei der absolute Wert der Einzelmessung nicht aussagekräftig ist.

vgl. Ersttrimester-Screening (ETS); nicht-invasive Methode zur Beurteilung der fetalen Anatomie hinsichtlich möglicher Hinweise auf syndromale genetische Erkrankungen.

Diese mittlerweile gut etablierte Untersuchung dient der statistischen Risiko-Abschätzung des Einflusses des mütterlichen Alters hinsichtlich chromosomaler bzw. syndromaler Erkrankungen (z.B. Down-Syndrom = Trisomie 21) bzw. möglicher Anomalien bei einem Embryo/ Fetus (z. B. Herzfehler).

mit der Regel nach Naegele (Heidelberger Geburtshelfer im 19. Jhdt.) erfolgt heute noch die Berechnung des voraussichtlichen Entbindungstermins basierend auf dem ersten Tag der letzten Periode (LP).

klassische Geburtszange aus Metall zur Durchführung einer vaginal-operativen Entbindung (Zangengeburt/ Forceps). Sie besteht aus zwei Zangenteilen (Löffeln), die über ein Schloss miteinander verbunden werden. Das Zusammenführen der beiden Einzelteile erfolgt bei der Anlage bzw. beim Anpassen an den kindlichen Kopf; dies erfordert ausreichend Übung bzw. Erfahrung. Normalerweise verlangt die Durchführung der vaginal-operativen Entbindung den Facharztstandard!

griech. Epistaxis; häufiges Phänomen/ Symptom in der Schwangerschaft. Infolge physiologisch gesteigerter Durchblutung/ Blutmenge der Schwangeren kommt es an bestimmten Körperstellen (Schleimhäute in Nase, Mundhöhle, Magen-Darm-Trakt, Vagina) zu vermehrter Blutungsneigung.

ist eine seit Jahrzehnten standardisierte Untersuchung auf eine Reihe von Hormon- und Stoffwechselerkrankungen ab dem dritten Lebenstage(oft im Zusammenhang mit der U2). Normalerweise erfolgt die dafür erforderliche Blutentnahme beim Säugling noch während des stationären Aufenthaltes nach der Geburt, üblicherweise aus der Ferse des Kindes (sog. Fersenblut). Mit dem Blut werden spezielle Filterpapierkarten getränkt und an ein spezialisiertes Referenzlabor (in Bayern ein Spezial-Labor in München für ganz Bayern) geschickt.

Nichtanlage einer oder im ungünstigsten Fall beider Nieren.
Das einseitige Fehlen der Niere ist gar nicht so selten und kommt bei 1 von 1.100 – 1.500 Neugeborenen, etwas häufiger links, meist bei männlichen Neugeborenen (m:w 2:1) vor. Nachdem die Nieren paarig angelegt sind, kommt es neben dem einseitigen (meist kompletten) Fehlen einer Niere gelegentlich zu funktionellen Störungen auf der Gegenseite.

Nierenfehlbildungen bzw. Anlagestörungen des Urogenital-Systems sind sehr häufig. Sie zählen neben Herzfehlern zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen. Zahlreiche Anomalien sind zufällig auftretend, andererseits besteht bei den Nierenanomalien eine deutliche genetische bzw. familäre Komponente (autosomal rezessiv, autosomal dominant, polygener Erbgang). Nicht selten besteht bei der Schwangeren ein Typ-I-Diabetes. Es macht durchaus Sinn nach Nierenanomalien in der Familie zu fragen, ggf. bei der Schwangeren die Nieren sonographisch darzustellen.

notfallmäßige Entbindung durch abdominelle Schnittentbindung. Die Entscheidung zur Not-Sectio erfolgt anhand der akuten Bedrohungslage für Mutter und/ oder Kind. Jeder Geburtshelfer muss in der Lage sein, die jeweilige Not-Situation zu erkennen, die Entscheidung zu treffen und per Kaiserschnitt zu entbinden. Die Entscheidungssituation erfordert den sog. Facharztstandard.

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