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Bezeichnung für schwangerschaftsspezifische Veränderung des Blutdrucks (arterielle Hypertonie) während aber auch nach der Schwangerschaft (Wochenbett).

H bedeutet in diesem Fall, dass der Blutdruck (H für Hypertonie) ansteigt und damit entsprechende Probleme für die Schwangere und/ oder das Kind hervorruft wie Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Herz-, Nierenprobleme, plazentare Beeinträchtigung, Wachstumsstörungen beim Fetus, Frühgeburt, ggf.
auch Totgeburt!

bezeichnet das Ereignis mehrerer Abortereignisse in Serie (2-3 hintereinander). Wird heute chronisch rezidivierter Abort genannt. Die Ursachen sind vielfältig.

In erster Linie werden bis dahin nicht erkannte (familiäre) Erkrankungen des Gerinnungssystems verantwortlich gemacht (sog. Thrombophilie). Es handelt sich dabei um eine Gruppe von Erkrankungen, die zu einer erhöhten Thromboseneigung und im Zuge der Schwangerschaft zu massiven Problemen führen.

spezieller geburtsmedizinischer Handgriff zur Blutstillung bei Atonie der Gebärmutter (Uterusatonie). Dieser wird mit einer äußeren (Druck über die Bauchdecke auf den Fundus uteri von oben) und einer inneren Hand (Kompression mit der Faust über die Scheide von unten) ausgeführt. Wird auch Punchingball-Handgriff genannt.

pränataler Test auf chromosomale Erkrankungen.

Sog. nicht-invasives, pränataldiagnostisches Testverfahren (NIPT) aus dem Blut der Schwangeren. Gehört zu den modernen Laboruntersuchungen auf Chromosomenstörungen wie Down-Syndrom (Trisomie 21), Edwards-Syndrom (Trisomie 18) und Pätau-Syndrom (Trisomie 13). Zudem ist neuerdings auch eine Bestimmung des X- und Y-Chromosoms und damit die Geschlechtsbestimmung des Embryos/ des Fetus möglich.

Gruppe unterschiedlicher, in der Summe durchaus häufiger Hauterscheinungen bzw. Hautveränderungen, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten können. Hautveränderungen betreffen nicht nur die Haut selbst, sondern auch die Schleimhäute und die sog. Hautanhangsgebilde wie Haare und Nägel. Die Hauterscheinungen sind Folge der komplexen Veränderungen hormoneller Faktoren, des Immunsystems, des Stoffwechsels und der Blut- und Lymphgefäße sowie des Bindegewebes.

Berufsbezeichnung für die Frauen (extrem selten auch Männer, sog. Entbindungspfleger), die Schwangere vor, während und nach der Geburt betreuen (Schwangerenvorsorge, Geburtsbegleitung, Wochenbettbetreuung). Hebammen ergänzen die Schwangerenbetreuung, ersetzen diese aber nicht. Es kann durchaus Sinn machen, abwechselnd eine Kontrolle beim Frauenarzt mit der bei einer Hebamme zu kombinieren.

Häufigkeitsangabe von natürlich auftretenden Mehrlingsschwangerschaften wie Zwillingen, Drillingen usw. Danach beträgt die Häufigkeit von Zwillingen etwa 1:85, die von Drillingen 1: 852 und von Vierlingen 1:853 usw. Durch den Einsatz heutiger reproduktionsmedizinischer Techniken ist die Rate an Zwillingen und höheren Mehrlingen deutlich gestiegen.

nicht seltene, schwerwiegende Variante der Schwangerschafts-assoziierten Erkrankungen bzw. der Präeklampsie (1:150), häufig mit Blutdruckerhöhung vergesellschaftet (gut 60% der Verläufe).

Sie gehört somit zum Formenkreis der Gestose. Das Akronym setzt sich zusammen aus: H (Hemolysis, Hämolyse, hämolytische Anämie), EL (elevated Liver enzyme levels, Anstieg der Leberenzyme), LP (low platelets, niedrige Thrombozyten, Blutplättchen) und stellt eine Beschreibung der hauptsächlichen und immer vorliegenden Laborveränderungen dar. Die Symptome sind meist sehr variabel und nicht immer wegweisend! Vor allem muss nicht immer eine Blutdruckveränderung vorliegen!

Herpes-Simplex-Virus (HSV). Gruppe von Viren, die durchaus intensive gynäkologische und geburtsmedizinische Bedeutung besitzen.
Zu den 5 humanen Herpes-Viren zählen das HSV 1 und 2 (1= Herpes labialis, 2=Herpes genitalis), das Cytomegalie-Virus (CMV, Cytomegalie, HHV 5), das Ebstein-Barr-Virus (EBV, HHV 4, Pfeiffersches Drüsenfieber bzw. infektiöse Mononukleose) und das Varizella-Zoster-Virus (VZV, HHV 3, Windpocken/ Herpes Zoster).

große und komplexe Gruppe häufiger angeborener Fehlbildungen; mehr als 70 Herzfehler sind bekannt. Sie zählen mit einer Frequenz von etwa 1% zu den häufigsten angeborenen Anomalien beim Menschen. Nicht selten treten Herzfehler im Rahmen von (genetischen) Syndromen, Assoziationen und Sequenzen auf. Häufiger allerdings kommen Herzfehler isoliert vor, es besteht kein syndromaler Zusammenhang.

Die Infektion mit dem HI-Virus stellt für Mutter und Kind sowie das betreuende Personal eine nicht unerhebliche Risikosituation dar. Wichtig sind eine frühe Diagnosestellung und ein umfangreiches und intensives Management.

Möglicherweise wird eine bestehende Infektion durch die Veränderung des Immunsystems während der Schwangerschaft intensiviert. Im Gegensatz zu den Entdeckungsjahren der HIV-Infektion der frühen 1980-er sind Therapieoptionen und Lebensqualität heute deutlich verbessert, die Entwicklung zum Vollbild der Infektion (AIDS) ist wesentlich seltener.

biochemische Botenstoffe, die von spezialisierten Körperzellen gebildet und freigesetzt werden. Sie stellen eine sehr spezielle Form der Signalübertragung in einem Regelkreis dar.

Hormone gelangen in die Blutbahn, werden am Zielorgan über einen spezifischen Hormonrezeptor aufgenommen und veranlassen an der Zielzelle eine entsprechende Stoffwechselreaktion. Beispielsweise wird Insulin aus bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pancreas) abgegeben (als Reaktion auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel). Insulin wird an der Zielzelle (z. B. Leber, Muskelzelle, Gehirnzelle) vom dortigen Rezeptor erkannt und in die Zelle eingeschleust, wodurch die Zellmembran verändert wird und Zucker aus dem Blut in die Zelle aufgenommen und weiter verarbeitet wird. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel normalisiert, die Insulinproduktion wieder gedrosselt.

Vermehrung der Fruchtwassermenge. Auch als Polyhydramnion bezeichnet.

Bezeichnung für eine ausgeprägte, ggf. generalisierte Einlagerung von Flüssigkeit beim Ungeborenen.

Die Ursachen sind durchaus vielfältig. Man unterscheidet immunologische (Antikörper vermittelte, infektiöse) und nicht immunologische Ursachen wie Herzfehler und andere fetale Fehlbildungen sowie Gefäßanomalien. Zur Abklärung erfolgt normalerweise eine detaillierte Ultraschalluntersuchung bei einem Experten (DEGUM II, III) in spezialisierten Praxen. Zusätzliche Untersuchungen sind Tests auf Infektionserkrankungen (meist Viren wie Herpes, Varizellen, Cytomegalie, Ebstein-Barr-Virus, Röteln, Ringelröteln, Masern und andere) und Antikörperbildung aus dem Blut der Schwangeren sowie genetische Erkrankungen, die mittels invasiver Technik (Fruchtwasseruntersuchung/ Amniozentese) abgeklärt werden können. Therapiemöglichkeiten (pränatal/ postnatal) richten sich nach Ursachenklärung, pränatal z.B. durch fetale Bluttransfusion mittels Cordozentese.

schwerwiegendere, unphysiologische Variante der Emesis gravidarum. Letztere ist als zwar lästig aber als grundsätzlich harmlos einzustufen. Bei der Hyperemesis kommt es hingegen zu mehrmaligem täglichen Erbrechen oft auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Infolge der fehlenden Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie dem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust entgleist der Stoffwechsel zunehmend. Anhand der Menge sog. Ketonkörper im Urin, die im Hungerstoffwechsel gebildet werden, kann das Ausmaß der Entgleisung abgeschätzt werden. Mögliche Komplikationen sind Gewichtsverlust, Exsikkose, Elektrolytstörungen, Nierenfunktionsstörung, Kreislaufdepression, Ikterus, Temperaturerhöhung, Somnolenz, ZNS-Schädigung.

Auch als Schwangerschafts-induzierte Hypertonie (SIH) bezeichnet. Definitionsgemäß handelt es sich um die Erhöhung des arteriellen Blutdrucks bei bisher gesunden Schwangeren.

Die Blutdruckerhöhung ist allein bedingt durch die Schwangerschaft. Oft normalisiert sich die Hypertonie nach der Schwangerschaft wieder, kann aber auch zu einer dauerhaften arteriellen Blutdruckerhöhung führen oder in einer weiteren Schwangerschaft wieder auftreten. Das Risiko Bluthochdruck ist im Zusammenhang mit der Schwangerschaft nicht selten, etwa 10% aller Schwangerschaften zeigen diese Komplikation.

Bluthochdruck. Gemeint ist in aller Regel die Erhöhung des arteriellen Blutdruckes; vgl. Hypertone Erkrankung in der Schwangerschaft, Gestose, Präeklampsie, Eklampsie, HELLP-Syndrom.

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