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vgl. Uterus; früher auch als Fruchthalter bezeichnet. Die Gebärmutter ist ein im Inneren von Schleimhaut (Endometrium) ausgekleideter Muskel, der durch sog. Mutterbänder in seiner Position im kleinen Becken fest verankert ist, dennoch sehr mobil bleibt. Die Gebärmutter liegt hinter der Harnblase und zwischen den seitlich an der Beckenwand fixierten Eierstöcken. Ebenso seitlich wie nach hinten ist die Gebärmutter von Teilen des Dickdarms umgeben. In regelmäßigen zeitlichen Abständen zwischen 28 und 35 Tagen findet im Normalfall eine (monatliche) hormonell bedingte Blutung statt (Menstruation).

sehr neue, prinzipiell noch experimentelle Methode zur Wiederherstellung der weiblichen Fertilität infolge Verlust der Gebärmutter (Hysterektomie) bzw. angeborenem Fehlen der Gebärmutter (Uterusaplasie) bzw. Verlust der Gebärmutterfunktion (z.B. bei Endometriose).

auch als Partus, Entbindung oder Niederkunft bezeichnet. Die Geburt eines Kindes ist ein komplexer Vorgang, der von seinem Ablauf in 3 Phasen eingeteilt wird (Eröffnung/ Pressphase/ Plazentaphase). In aller Regel erfolgt die Geburt eines reifen Kindes am Ende einer Schwangerschaft durchschnittlich nach 280 Tagen (266 Tage nach Befruchtung).
Wenn man so möchte, ist die Geburt nichts anderes als das Entledigen der Gebärmutter vom Fötus, der als eine Art Transplantat auf Zeit durch regelmäßige Kontraktionen (Wehen) ausgestoßen wird. Bis heute ist noch nicht ausreichend geklärt, wodurch die Geburt ausgelöst wird.

vgl. Priming. Auslösen von Wehentätigkeit mit dem Ziel der zeitnahen Geburt des Kindes/ der Kinder. Die Zahl der Geburtseinleitungen hat deutlich zugenommen, nach aktuellen Zahlen ist eine Verdopplung innerhalb der letzten 20 Jahre zu verzeichnen.
Geburtshilfliche Gründe zur Geburtseinleitung sind beispielsweise fetale oder mütterliche Risiken, vorzeitiger Blasensprung, fetale Wachstumsrestriktion, unphysiologische Abnahme der Fruchtwassermenge, CTG-Auffälligkeiten, Mehrlingsschwangerschaft oder die Terminüberschreitung von mehr als einer Woche über dem errechneten Entbindungstermin (> 41/0 SSW).

Caput succedaneum; relativ häufig; es handelt sich um einen oberflächlichen Bluterguss zwischen Kopfhaut und darunter befindlicher Sehnenhaut (Galea aponeurotica), der die Schädelnähte überschreitet, also gut verschieblich ist; durch den Geburtsvorgang kommt es mehr oder weniger zu einem Stau von Blut und Gewebewasser infolge des Durchtritts des kindlichen Köpfchens durch die Geburtswege.

Die Ausprägung kann je nach Geburtsdauer erheblich sein, die Kopfform erinnert nicht selten an einen „Conehead". Die Schwellung, auch als Kopfschwartenhämatom bezeichnet, ist ungefährlich (für das Kind und den Betrachter durchaus störend und schmerzhaft!) und bildet sich innerhalb weniger Tage nach der Geburt ohne Therapie wieder zurück.

Davon abzugrenzen ist das Kephalhämatom.

das unmittelbar nach der Geburt gewogene Gewicht; die Spannweiten der Geburtsgewichte bezogen auf die jeweiligen Schwangerschaftswochen sind erheblich; geht man von einem am Termin geborenen Kind aus, würde man ein Geburtsgewicht zwischen 3000 und 4000g erwarten. Auch darunter oder weit darüber liegende Gewichte sind nicht immer als abnorm und insofern als zu leicht oder zu schwer einzustufen; es kommt natürlich auch auf die Länge des Kindes an, die heute auch einmal zwischen 58 und 60 cm betragen kann.

auch Geburtsperioden genannt; es werden drei Phasen/ Perioden der Geburt unterschieden:
1. Eröffnungsphase, 2. Austreibungsphase, 3. Plazentaphase
Die Eröffnungsperiode beginnt mit Einsetzen von Wehen und/ oder des Blasensprungs und endet mit der vollständigen Eröffnung des Muttermundes (etwa 10 cm); die Dauer ist sehr unterschiedlich lang nachdem es eine ganze Reihe von Einflussfaktoren gibt. Durchschnittlich öffnet sich der Muttermund pro Stunde etwa 1 cm, so dass man von ca. 10 – 12 Stunden ausgehen sollte.

beziehen sich sowohl auf die Gebärende als auch auf das Kind.

Typische mütterliche Verletzungen sind Weichgewebsrisse im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervixriss) sowie Scheiden-Damm-Risse (Labienriss, Scheidenriss, Dammriss); selten (1-5/ 1000 Geburten) treten nachgeburtlich Nervenverletzungen (durch Trauma des Beckenbodens) oder auch Fistelungen zwischen Darm und Scheide nach höhergradigen Dammverletzungen (DR III und IV) oder bei Schwangeren mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn) auf. Nicht selten besteht eine meist vorübergehende Sensibilitätsstörung im Bereich der Sectio-Narbe.

Typisch kindliche Verletzungen sind Geburtsgeschwulst (Caput succedaneum), Kephalhämatom, Brüche im Bereich der Schlüsselbeine (Klavikulafraktur) und Nervenläsionen im Bereich der Armgeflechte (Plexus) auch Plexusparesen genannt (obere und untere Plexusparese). Selten kann es zu Knochenbrüchen im Bereich des Kopfes oder des Gesichtsschädels (meist nach Zangenentbindung/ Forzeps) oder auch zu einer Nervenverletzung des 7. Hirnnervs kommen (sog. Fazialis-Lähmung).

GenDG; am 01. Februar 2010 in Kraft getreten; darin werden gemäß § 3 Nr. 3 vorgeburtliche Untersuchungen geregelt, die zur Risikoabklärung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit des Vorliegens bestimmter genetischer Eigenschaften des Ungeborenen unternommen werden; hierzu zählen Untersuchungen wie die Messung der Nackentransparenz (NT-Messung), das Ersttrimester-Screening, Double-Triple- und Quadruple-Test, Amniozentese, Chorionzottenbiopsie und die Nabelschnurpunktion (Cordozentese).

vor jeder Untersuchung, die eine genetische Fragestellung/ Diagnostik beinhaltet, muss die Schwangere inkl. Partner über Sinn, Zweck, Inhalt, Durchführung und eventuelle Konsequenzen des Testes informiert werden.
Diese Beratung erfolgt entweder durch einen medizinischen Genetiker oder durch entsprechend qualifiziertes Personal (muss nicht immer eine Ärztin oder ein Arzt sein!). Die Zustimmung erfolgt nach angemessener Bedenkzeit immer schriftlich; liegt diese schriftliche Einverständniserklärung nicht vor, kann keine Testauswertung erfolgen. Näheres regelt das Gendiagnostikgesetz (GenDG).

Erbkrankheit auf genetischer Basis, d.h. durch Chromosomenstörungen (Aberrationen, Mutationen) bedingte Erkrankung oder Syndrom wie z.B. das Down-Syndrom (Trisomie 21).

Gruppe von Erkrankungen, die mit einer verminderten (Hämorrhagien) oder vermehrten (Thrombophilien) Gerinnungsneigung assoziiert sind; diese Störungen treten häufig genetisch familiär aber auch erworben auf; teilweise sind sie durch eine Schwangerschaft bedingt oder zumindest getriggert (also ausgelöst).

die Bestimmung des Geschlechts ist vorgeburtlich prinzipiell möglich, medizinisch gesehen meist nicht von Bedeutung. Lediglich bei Fragestellungen hinsichtlich geschlechtsspezifischer Erkrankungen, kann die Bestimmung des kindlichen Geschlechts für die Diagnose bzw. Differentialdiagnose wichtig sein. Auch die Zuordnung beispielsweise von uro-genitalen Fehlbildungen wird mit Kenntnis des Geschlechts durchaus klarer oder leichter.

der Anteil der Chromosomen, der für das Geschlecht eines Menschen verantwortlich sind.

In der Regel ein Chromosomenpaar, das entweder aus zwei X-Chromosomen (XX, weiblich) oder aus je einem X- und einem Y-Chromosom (XY, männlich) besteht. Als sog. Kerngeschlecht bzw. innere Geschlechtsausprägung (Genotyp) bezeichnet. Das Kerngeschlecht kann von äußeren Geschlechtsmerkmalen bzw. Ausprägungen (Phänotyp) abweichen.

Schwangerschaftsalter oder Schwangerschaftswoche; die Bestimmung ist durchaus wesentlich, um letztlich genaue Eckdaten für die Betreuung der Schwangeren zu bekommen.
Danach wird der Eintritt des Mutterschutzes berechnet sowie das Management bei einer sog. Terminüberschreitung bzw. Übertragung zeitlich festgelegt.

Störung des Zuckerstoffwechsels im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Nach der Schwangerschaft bildet sich die in aller Regel neu aufgetretene diabetische Stoffwechsellage in den meisten Fällen wieder zurück, kann aber auch andauern und zu einem manifesten Diabetes mellitus führen. Häufig tritt ein Gestationsdiabetes auch in einer weiteren Schwangerschaft wieder auf (Wahrscheinlichkeit gut 50%).

Sammelbegriff für mit der Schwangerschaft verbundene Bluthochdruckerkrankung. Besteht bereits vor der Schwangerschaft eine Blutdruckerhöhung (Arterielle Hypertonie) bezeichnet man dies als Pfropf-Gestose.

Eine Blutdruckerhöhung in der Schwangerschaft stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar! Die Konsequenzen für die Schwangere selbst aber auch das Ungeborene sind z. T. erheblich, d.h. die sog. Morbidität (Erkrankungsfolgen) und Mortalität (Todesfolge) ist für Mutter und/ oder Kind hoch.

Wird ein Kind in seiner intakten Fruchtblase geboren, bezeichnet man dies als Geburt in der Glückshaube. Die intakte Fruchtblase wird zur Glückshaube. Sicherlich heute ein eher seltenes Ereignis.

Je höher das Schwangerschaftsalter/ Gestationsalter desto unwahrscheinlicher wird die Geburt in der Glückshaube. Bei vaginalen Entbindungen von Frühgeborenen lässt man die Fruchtblase möglichst lange intakt, die Geburt wird für das Kind und die mütterlichen Weichgewebe schonender. Auch wenn die Geburt in der Glückshaube ein ideales Ziel darstellen mag, ist die Verwirklichung situativ meist nicht erreichbar.

wird oft mit Zahlen kombiniert verwendet zur Bezeichnung der Anzahl der Schwangerschaften einer Frau: I-Gravida, II-Gravida usw. also Erst-Schwangere oder Zweit-Schwangere usw.

Datenscheibe im Sinne eines kreisrunden Kalenders, mit dessen Hilfe nach Einstellen der letzten Periode mit einem Blick der Voraussichtliche Entbindungstermin (VET) sowie weitere wichtige Termine (Beginn des Mutterschutzes) abgelesen werden kann. Die exakte Berechnung übernehmen heute meist die zur Untersuchung der Schwangerschaft verwendeten Ultraschallgeräte oder noch zeitgemäßer diverse Apps!

vgl. Schwangerschaft; oft verwendet in Begriffen wie Erst-Schwangere (Primigravida, I-Gravida, I-G) oder bei Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterschleimhaut (ektope Gravidität, Extrauteringravidität, EUG). Siehe auch Gravidarium.

schwere Schädigung eines Kindes durch eine intrauterine Rötelninfektion innerhalb der ersten 12 SSW mit Beteiligung der Augen (sog. Embryopathia rubeolosa). Im Bereich der Augen handelt es sich meist um angeborene Linsentrübung, Glaukom, Micropthalmie und Veränderungen am Augenhintergrund. Schädigungen können nach heutigem Wissen auch später während der Fetalperiode auftreten.
Weitere Schädigungen betreffen das Zentrale Nervensystem (ZNS), Herz und Gefäßsystem sowie das Innenohr (Schwerhörigkeit).

Durch entsprechend hohe Immunitätslage und Impfmaßnahmen ist diese schwerwiegende Erkrankung selten geworden.

vgl. Zoster (Gürtel/ Band). In der Antike als „heiliges Feuer (ignis sacer) bezeichnet. Römische Ärzte zeichneten damit ein gutes Bild für die z. T. erheblich schmerzhaften, brennenden Beschwerden.

Folge einer Windpockeninfektion (Varizellen, VZV) mit Auftreten gruppierter Bläschen auf gerötetem Grund entlang von Nervenbahnen (Dermatome) am Körper oder im Kopf-, Gesichtsbereich mit Beteiligung regionaler Lymphknoten. Meist führt eine Immunschwäche (z. B. auch Schwangerschaft) zur Reaktivierung der Viren.

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