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Die Suchbegriffe sind wie in einem Lexikon in alphabetischer Reihenfolge entweder nach Eingabe in „Suchen" oder unter der jeweiligen Buchstaben-Kategorie zu finden. Die Texte zu den Begriffen differieren in ihrem Umfang teilweise erheblich. Manchmal ist nur ein Satz, gelegentlich ein kleiner Aufsatz zu lesen.

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Uteruskompressionsnaht; seit 1997 eingesetzte, klassische Form der Naht (Hosenträger-Naht) an der Gebärmutter zur Blutstillung sonst nicht zu beherrschender Uterusblutungen; dient der Tamponade der Plazentahaftfläche und anderer Uterusgefäße.

sehr große Gruppe gram-positiver Bakterien, die eine Vielzahl von z. T. schweren Infektionen im Bereich der Haut und Schleimhäute, im Nasen-, Rachenraum aber auch in Nieren, Herz und Gehirn verursachen können. Nach der sog. Lancefield-Klassifikation alphabetisch in Gruppen (A, B, C, D usw.) eingeteilt. Die Bakterien sind für Mensch und Tier pathogen.

auch Baby-Watching; inzwischen sehr beliebte Methode, das Kind im Ultraschall zu beobachten um kleine Videos zu drehen, ggf. auch um sog. 3-D-Bilder oder auch Videos im 3-D-Modus (4D) zu bekommen.
Diese Art der Ultraschalldarstellung hat im eigentlichen Sinne nichts mit einer differenzierten Organdiagnostik zu tun. Wer sich für das Babyfernsehen entscheidet sollte das wissen; zudem findet der differenzierte Organultraschall in der Regel zwischen 20 und 22 SSW statt.

auch als Babynest, Babyfenster, Babykörbchen oder Drehlade bezeichnet; historisch schon seit dem 12. Jahrhundert belegt; die Problematik der Findelkinder ist also nicht neu; vgl. auch anonyme Geburt/ vertrauliche Geburt.
Nach aktuellen Studien (2012) werden pro Jahr in der BRD ca. 30 Neugeborene ausgesetzt oder getötet. Damit steht fest, dass auch heute noch Kindstötungen oder -aussetzungen zu unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt gehören.

anatomisch komplexe Struktur aus unterschiedlichen Schichten Bindegewebe und Muskulatur zum Abschluss des knöchernen Beckens (Beckenausgang). Der Beckenboden verankert und festigt die Strukturen des kleinen Beckens wie Harnblase, Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Enddarm und verhindert normalerweise deren Lageveränderung (horizontal/ vertikal).

Die Etagen ähnlichen Schichten sind gegeneinander verschoben und enthalten Durchtrittsstellen für den Darm, die Harnröhre und die Scheide sowie die versorgenden Blutgefäße und Nervenbahnen.

Der Beckenboden spielt damit eine wesentliche Rolle bei der Regulation der Darm- und Blasenentleerung sowie dem Vorgang der Reproduktion und der Geburt; durch Schwangerschaft und Geburtsverlauf kann der Beckenboden insgesamt oder Anteile davon vorübergehend oder bleibend Schaden nehmen (Beckenbodenschwäche/ Gebärmuttersenkung/ Inkontinenzproblematik).

fetale Lagevariante der Längslage; auch Steißlage genannt; abgekürzt auch BEL.

Untervarianten sind: einfache, reine Steißlage (extended legs), vollkommene und unvollkommene Steiß-Fußlage, vollkommene und unvollkommene Fußlage und Knielage.

Wesentlich ist, dass nicht der Kopf den vorangehenden oder führenden kindlichen Teil darstellt, sondern der Steiß und/ oder Teile der unteren Extremitäten. Aus geburtsmechanischer Sicht entsteht dadurch eine durchaus komplexe und komplizierte, manchmal nicht geburtsmögliche Situation, weswegen das geburtshilfliche Vorgehen bei BEL seit Jahren zu umfangreichen, manchmal kontroversen und durchaus emotionalen Diskussionen hinsichtlich des geeigneten Entbindungsmodus geführt hat.

Risiken nach Katalog B im Mutterpass; dabei handelt es sich um Risiken, die im Gegensatz zu den anamnestischen Risiken nicht vorher bestehen, sondern während der Schwangerschaft bei der Schwangeren und/ oder dem Kind auftreten.

Beispiele sind: neu aufgetretener arterieller Bluthochdruck (Gestose bzw. Hypertone Erkrankung in der Schwangerschaft und deren Varianten, Diabetes in der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes), Gerinnungsstörungen, Infektionen, Mehrlingsschwangerschaft, vorzeitige Wehentätigkeit, vorzeitiger Blasensprung, fetale Lageanomalien, Fehlbildungen bzw. Pathologien des fetalen Wachstums und der Fruchtwassermenge u.v.a.).

Nach modernen Vorstellungen, den aktuellen Forderungen seitens des Gesetzgebers und Konsens des an der Beratung teilnehmenden Fachpersonals, erfolgt die Beratung der Schwangeren im Zusammenhang mit allgemeinen Aspekten und speziellen medizinischen Fragestellungen in intensiver Zusammenarbeit zwischen Ärzten, spezialisierten Beratungsstellen (z.B. Profamilia, DONUM VITAE u. a.) und Hebammen. Bei speziellen Fragestellungen der Pränataldiagnostik (PND) findet die sog. psycho-soziale Beratung wertfrei und ergebnisoffen vor, nach und während der einzelnen pränataldiagnostischen Maßnahmen statt wie Ultraschall (Ersttrimester-Screening, Zweittrimester-Screening), Invasiver Diagnostik (Cordozentese/ Amniozentese) und ergänzender Labordiagnostik (Molekulargenetik/ Biochemie/ Infektionsserologie).

nach §§ 3 und 4 des Mutterschutzgesetztes ist die Beschäftigung von Schwangeren in einem Arbeitsverhältnis im Prinzip akribisch geregelt; man sollte demnach meinen, dass sich arbeitstechnisch grundsätzlich keine offenen Fragen oder Probleme ergeben dürften. Die Realität gestaltet sich weitaus schwieriger und führt nicht selten zu Interaktionsproblemen zwischen der Schwangeren, dem Arbeitgeber und dem betreuenden Frauenarzt.
Grundsätzlich bedeutet Beschäftigungsverbot, dass die Beschäftigung einer Schwangeren nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, weil die bisherige Beschäftigung/ berufliche Tätigkeit das Wohlergehen von Mutter und/ oder Kind massiv gefährden würde.

Schwangerschaftshormon; ein vom Trophoblast gebildetes Polypeptid, das in erster Linie zum frühen Nachweis einer Schwangerschaft in den bekannten Schwangerschaftstests (Urintests) bestimmt wird. Zur exakten Bestimmung dieses Hormonwertes wird eine Blutuntersuchung durchgeführt (erfolgt wegen der relativ hohen Kosten nicht routinemäßig). Das sog. freie „free" beta-HCG ist ein „Soft-Marker" (Hinweis/ kein Beweis) für das Down-Syndrom und andere genetischen Syndrome. Die Bestimmung des „free-Beta" ist als sog. „Biochemie" Bestandteil des Ersttrimester-Screenings; ist wesentlich für Symptome wie Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft verantwortlich (Emesis/ Hyperemesis gravidarum).

im Zusammenhang mit dem Ersttrimester-Screening erfolgt die Bestimmung mütterlicher Serum-Werte für freies Beta-HCG (free beta-HCG) und einem in der Schwangerschaft gebildeten Protein (pregnancy associated polypeptide A, PAPP-A). Deren Abweichungen vom Gestationsalter (SSW) bedingten Durchschnittswert sind zusätzliche Hinweise auf genetische Erkrankungen wie das Down-Syndrom. Gemeinsam mit dem Alter der Schwangeren und der Ultraschallmessung der Nackentransparenz (NT-Messung) wird sie zur Berechnung des sog. kombinierten adjustierten Risikos genutzt. Daraus resultiert eine niedrige, mittlere oder hohe Risikowahrscheinlichkeit, die eine weitere Diagnostik als eher erforderlich oder eher entbehrlich einordnet. Ein „Null-Risiko" ergibt sich dabei allerdings nicht. „Low risk" bedeutet nicht „no risk"! Eine detaillierte Beratung bereits im Vorfeld der Diagnostik ist unbedingt empfehlenswert.

Punktesystem zur Beurteilung der Reife des Muttermunds. Errechnet sich aus 5 Beurteilungsparametern (Muttermundsweite, Zervixlänge, Zervixkonsistenz, Zervixposition, Höhenstand des kindlichen Kopfes). Jeder von diesen wird mit 0-2 (3) Punkten bewertet. Die Gesamtbewertung beträgt demnach 0-12 (15) Punkte. Je größer der Wert desto reifer der Muttermundsbefund. Dient der Beurteilung des Geburtsfortschritts, aber auch wegweisend hilfreich bei der Entscheidung für das am besten geeignete Vorgehen bei der Frage hinsichtlich Geburtseinleitung sowie die situativ am besten geeignete Einleitungsmethode.

Mola hydatida; regional sehr unterschiedliche Häufigkeitsverteilung; ca. 1:1250 Schwangerschaften; gehört zu den schwangerschaftsbedingten Trophoblasterkrankungen (GTE); diese bilden eine Gruppe seltener schwangerschaftsassoziierter Tumoren. Sie basieren auf einer gestörten Frühschwangerschaft mit abnormer Entwicklung des Trophoblasten bzw. des fetalen Chorions; während einige Varianten dem Verhalten eines gutartigen Tumors entsprechen, gibt es bösartige Formen, die eine besondere biologische Einheit bilden.

Eröffnung/ Eröffnen der Fruchtblase; physiologisch geschieht dies spontan unter der Geburt im Sinne eines sog. rechtzeitigen Blasensprungs. In aller Regel, tatsächlich aber nicht immer, wird der Blasensprung durch das Ablaufen von Fruchtwasser bemerkt. Es ist mitunter schwierig einen Blasensprung sicher zu diagnostizieren bzw. auszuschließen.
Eine Methode zum Nachweis eines Blasensprungs ist die Messung des Säuregehaltes in der Scheide (pH-Wert) mit einem speziellen pH-Papier oder pH-Indikator (Indikator Streifen). Der normale pH-Wert in der Scheide liegt deutlich im sauren Bereich (pH 4,0 bis 4,4). Fruchtwasser ist basisch und zeigt einen pH-Wert von 7,0.

bei geringer oder fehlender Fruchtwassermenge (Oligohydramnion/ Anhydramnion) zur Abklärung eines möglichen Blasensprungs wird über eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) ein blauer ungefährlicher, reaktionsloser Farbstoff wie Methylenblau/ Indigokarmin mit physiologischer Kochsalzlösung/ Ringerlösung in die Fruchthöhle infundiert; dann wird ein weißer, steriler Gazetupfer in die Scheide gelegt. Kommt es zu dessen grün-blauen Verfärbung, gilt die Diagnose Blasensprung als gesichert; andererseits kann umgekehrt ein Blasensprung ausgeschlossen werden.

vgl. Anämie und Eisenmangel; Absinken des Hämoglobin-Spiegels (Hb-Wert) mit großer Bandbreite an Ursachen; in der Schwangerschaft in gewissem Umfang natürlich (physiologisch) und zur Aufrechterhaltung der plazentaren Durchblutung sogar erforderlich.
Die Normalwerte für Hämoglobin (Hb-Wert) liegen zwischen 12 und 16 g/dl.

der arterielle Blutdruck spielt in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle; bei niedrigen Blutdruckphasen (arterielle Hypotonie) besteht kaum oder eben nur selten eine echte Gefährdung für das Kind oder die Mutter; meist steigt der Blutdruck in der Schwangerschaft tendenziell ohnehin leicht an.
Ist der Blutdruck im Sinne eines Hypotonie-Syndroms spürbar für die Schwangere zu niedrig, sollte reichlich Wasser getrunken und NaCl (Kochsalz) mit der Nahrung aufgenommen werden (z. B. Salzgebäck); langes Sitzen oder Stehen bzw. Liegen in Rückenlage sollte vermieden werden; Antithrombose-Strümpfe (am besten maßangefertigt) sind hilfreich. Es sollte für ausreichend Bewegung gesorgt werden.

nach Landsteiner; das Blutgruppensystem wurde vor gut 100 Jahren entdeckt und ist seither aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Inzwischen sind zahlreiche weitere Untergruppen bekannt geworden, die bei speziellen Fragen der Transfusionsmedizin von enormer Bedeutung sind. Die Entdeckung der Blutgruppen hat insbesondere die Geburtsmedizin revolutioniert, nachdem Blutungen bei Schwangeren/ Gebärenden und Wöchnerinnen bis heute weltweit einen wesentlichen Faktor der Müttersterblichkeit darstellen.

Unverträglichkeiten von Blutgruppenmerkmalen sind grundsätzlich durch den transplazentaren Austausch mütterlicher und kindlicher Blutgruppenbestandteile (Immunglobuline, Antikörper) möglich und stellen u. U. ein echtes immunologisches Problem in der Schwangerschaft dar. AB0-Unverträglichkeiten spielen dabei aber nur theoretisch aber nie praktisch eine Rolle. Aus noch nicht geklärter Ursache sind mütterliche Antikörper gegen mögliche kindliche Blutgruppenmerkmale nicht plazentar übertragbar!

manchmal nicht zu umgehende Maßnahme (ultima ratio) zur Behandlung einer mütterlichen oder fetalen Blutarmut (Anämie), die meist komplikationsmildernd, unter Umständen auch lebensrettend sein kann; aufgrund des möglichen Infektionsrisikos (HIV, Hepatitis B,C, Cytomegalie) ist die Indikationsstellung bei den Schwangeren außer bei vitaler Bedrohung (es geht evtl. um Leben und Tod) sehr streng.

 

Blutungen zählen mit zu den häufigsten Symptomen in der Schwangerschaft; etwa 16-20% und damit jede 5. – 6. Schwangere zeigen besonders in der Frühschwangerschaft Blutungen unterschiedlichster Ausprägung; nachdem Blut eine Signalfarbe aufweist, wird das Ereignis Blutung gerade bei Schwangeren Alarm auslösen. Nur durch eine zeitnahe gynäkologische Untersuchung inklusive Sonographie kann die Ursache geklärt und die Situation des Embryo/ Fetus beurteilt werden.

Spezialhandgriff zur Unterstützung der Entbindung des kindlichen Köpfchens bei Beckenendlage; Druckausübung hinter dem Schambein (Symphyse) in Richtung des Köpfchens nach schräg unten.

niedrige Herzfrequenz; ein Abfall der kindlichen Herzfrequenz auf unter 110 Schläge pro Minute. Erfahrungsgemäß liegt die Herzfrequenz bei männlichen Feten niedriger als bei weiblichen; wahrscheinlich deshalb, weil der Sympathikus bei den Mädchen stärker ausgeprägt ist (hormonell bedingt?).

physiologische Wehentätigkeit während der gesamten Schwangerschaft ab etwa 20. SSW.

Im Gegensatz zu Geburtswehen meist schmerzlos und mit nur gelegentlich eröffnender Wirkung auf den Muttermund. Es handelt sich vielmehr um unkoordinierte, leichte Kontraktionen, die bis zu 3 Mal pro Stunde auftreten; vgl. auch Alvarez-Wellen.

Scheitelbein; alte Bezeichnung für anatomische Angaben zur Berechnung der Durchtrittsfläche des kindlichen Köpfchens durch die Geburtswege; heute nicht mehr gebräuchlich.

Demobanner 1
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